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	<title>Geyr 1900 &#8211; Lesereise zu den Schafsinseln im Atlantik</title>
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	<description>Auszüge aus der fachlichen und schönen Literatur von den Färöer</description>
	<lastBuildDate>Tue, 19 May 2026 06:58:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Meine Reise nach den Färöern &#8211; Inhaltsverzeichnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 06:43:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[* Inhaltsübersichten umf. Werke]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Von Kopenhagen bis Leith Von Leith bis Thorshavn Ankunft in Thorshavn Besuch der Katholiken in Videnäs Das]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Albert von Geyr-Schweppenburg</em></p>
<ul>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-1/">Von Kopenhagen bis Leith</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-2/">Von Leith bis Thorshavn</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-3/">Ankunft in Thorshavn</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-4/">Besuch der Katholiken in Videnäs</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-5/">Das verlassene Missionsgebäude, Pastor Bauer, zweiter Besuch in Videnäs</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-6/">Der färöische Walfisch oder Grind</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-7/">Erzählungen der Färinger (1/2)</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-8/">Erzählungen der Färinger (2/2)</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-9/">Naalsö</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-10/">Kirkebö</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-11/">Verschiedenes</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-12/">Die Christianisierung der Inseln</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-13/">Auf dem Skalingberg</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-14/">St. Olafs Fest</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-15/">Der Haifisch. Der Meeresgrund</a></li>
<li><a href="https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-16-schluss/">Abschied. Rückkehr. Heimreise</a></li>
</ul>
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		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 16/Schluss)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-16-schluss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 06:31:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Abschied. Rückkehr. Heimreise Am vorletzten Tage besuchte ich noch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>Abschied. Rückkehr. Heimreise</strong></p>
<p>Am vorletzten Tage besuchte ich noch einmal meine lieben Katholiken, las bei ihnen die hl. Messe und gab ihnen zum letzten Mal den Leib des Herrn. Nun müssen sie wieder ein Jahr hungern nach dieser Seelenspeise. Es waren wiederum Leute zusammengekommen, die mich baten, einige Worte zu ihnen zu reden. Das schlug ich natürlich nicht ab und hielt ihnen eine ernste Predigt, in der ich vor allem scharf gegen den Schnaps zu Felde zog. Die Leute sagten, sie wollten nie vergessen, was ich ihnen gesagt habe. Wie oben bemerkt, ist inzwischen eine erfreuliche Wendung zum bessern eingetreten. So nahm ich denn von meinen guten Katholiken einen herzlichen Abschied. O, wie weinten sie! Am andern Tage früh morgens sah ich, wie die Flagge auf der Citadelle aufgehißt wurde; das war das Zeichen, daß man das kommende Schiff in der Ferne erblickt hatte. Bald dampfte es heran und die Passagiere, die in Island sich eingeschifft hatten, fuhren in Kähnen ans Land. Nach 5 Stunden Aufenthalt sollte die Reise weitergehen.<br />
Nun war ich 15 Tage auf den Inseln gewesen, den Katholiken zum Trost und manchen anderen, wie ich hoffen darf, zum Nutzen. Für mich selbst waren es recht schöne Tage gewesen. Ich brauchte lange, um alle meine Kostbarkeiten einzupacken; manches war noch nicht trocken und ordentlich präpariert, deshalb mußte man es mit dem Geruch nicht so streng nehmen. Nur zwei Delphinköpfe überschritten die Grenze des Erträglichen; sie mußten zur Strafe zurückbleiben, um mir später nachgeschickt zu werden.<br />
Das Schiff war ganz angefüllt mit Passagieren. Es waren auch 150 vierbeinige darunter, nämlich isländische Pferde, die sich bei dem einen oder anderen englischen Lord als Galapferde zu vermieten gedachten. Nach zweitägiger glücklicher Fahrt kamen wir schon wieder nach Edinburg. Da das Schiff hier bis zum folgenden Tage anhielt, machte ich einen Abstecher nach Glasgow, um mir auch diese Stadt flüchtig anzusehen. Sie zählt unter 600.000 Einwohnern 200.000 Katholiken. Am Montag Abend war ich rechtzeitig wieder in Edinburg auf meinem Schiffe. Abends 8 Uhr verließen wir den Hafen. Bald fühlten wir, daß das Meer ziemlich stark bewegt war. Doch erst nach 24 Stunden ging der eigentliche Sturm recht los. Wir lagen zu 20 in der unteren Kajüte, alle seekrank; selbst der Kellner, der uns bedienen sollte, konnte kaum mehr seinen Dienst versehen. Die Koffer, die eigentlich festgebunden waren, rissen sich los und flogen hin und her. Hier öffnete sich ein Koffer, der eine Gegenstand nach dem andern kam heraus zur Freude und Unterhaltung der armen Kranken und zum Ärger des Besitzers, der keine Macht hatte, dem Unfug zu steuern. Zuletzt kam eine Papiertüte, sie öffnete sich, und siehe, ein ganzes Heer Zuckerbohnen und Zuckerkügelchen tanzten zum Leidwesen des kranken Eigentümers auf dem Boden herum. Alles ging drunter und drüber.<br />
Am Nachmittag begab ich mich auf das Verdeck, um die Krankheit mit Energie zu besiegen; da erst konnte ich sehen, mit welchen Wogen wir zu kämpfen hatten. Wie haushohe Mauern rückten sie heran und schlugen über dem Schiff zusammen, das unter ihrem Anprall ächzte und stöhnte, aber immer wieder siegreich aus der Tiefe emportauchte. Nun kam, als der Sturm nachließ, der eine, dann der andere der Passagiere zum Vorschein und freute sich des neuen Lebens.<br />
Allein jetzt erhob sich ein starker Nebel, eine gar unangenehme Überraschung für uns. Wir konnten nun kaum wagen, weiter zu fahren, weil wir nach dem Sturm nicht mehr wußten, wo wir uns befanden. Man mußte allen Mutmaßungen nach der jütländischen Küste nahe sein. Beständig wurde die Tiefe gemessen.<br />
Erst gegen Abend (es war Donnerstag) hob der Nebel sich, und wir sahen uns ganz nahe der Küste von Jütland, doch viel südlicher, als wir geglaubt hatten. Die Küste Jütlands ist bekanntlich sehr gefährlich, und man konnte bei allem Mut der Schiffsmannschaft ihre Verlegenbeit gut bemerken.<br />
Spät am Abend, nachdem die Reisegesellschaft sich mit einigen Kunststücken unterhalten hatte, sagte der Kapitän zu mir: „Diesen Abend habe ich das größte Kunststück vollbracht. Ich habe das Schiff an einer Stelle vorbeigeführt, wo jedes Jahr viele Menschen für immer ihre Augen schließen.&#8220; Da wurde es mir freilich bange ums Herz, doch der liebe Gott, der oberste Steuermann, war ja unser Führer, und in Seiner Hand waren wir sicher der Gefahr entronnen; Ihm sei Lob und Preis.<br />
Von nun an ging die Fahrt ruhig. Wir sahen noch in der Nacht den Leuchtturm von Skagen, der nördlichsten Spitze von Jütland. Freitag Mittag sahen wir wieder die freundlichen, grünen Ufer Seelands. Alle bereiteten sich auf die baldige Ankunft und um 5 Uhr nachmittags landete das Schiff. Die Reise hatte 33 Tage gedauert.</p>
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		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 15)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-15/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 06:08:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Der Haifisch. Der Meeresgrund Als ich am zweiten Sonntage]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867]</em></p>
<p><strong>Der Haifisch. Der Meeresgrund</strong></p>
<p>Als ich am zweiten Sonntage wiederum mein kleines Dörfchen Videnäs besuchte, bemerkte ich vor einem Fischerhause einen zum trocknen ausgehängten Haifisch. Es war die kleine Art: Spinax acanthias. Der Fischer schenkte mir ihn gleich auf meine Bitte hin, denn man gebraucht eigentlich nur die Leber; das andere wird gewöhnlich weggeworfen. Der Fischer erzählte mir, er habe 5 lebende Junge im Leibe des Tieres gefunden, die er ins Meer gesetzt habe. Mehrere Arten des Hai gebären nämlich lebende Junge, was ihn aber natürlich deshalb noch nicht zum Range der Säugetiere erhebt.<br />
Es finden sich in diesen nördlichen Meeren hauptsächlich zwei große Haiarten, die aber beide keine Menschenmörder sind, wie der Hai der südlichen Meere, obgleich sie den Menschenhai an Größe noch übertreffen. Der größte ist Selache maxima, Riesenhai, der selbst eine Länge von 40 Fuß erreicht. Die Jagd auf diesen Riesen ist gefährlich, weil er, sobald er von der Harpune getroffen ist, in die Tiefe hinabschießt, und wehe! wenn die Leine nicht gleich folgt, dann wird das Boot in die Tiefe gerissen. Doch diese Riesen sind im Abnehmen begriffen. Viel häufiger ist der Scymnus microcephalus, der von den Dänen Havkal genannt wird. Er findet sich hauptsächlich bei Island. Er wird daselbst auf eine sehr merkwürdige Weise präpariert. Die Leber braucht man zu Thran; dies ist eigentlich das Wertvollste. Dann aber wird das Tier selbst, um es auch zu benutzen, in die Erde vergraben. Nach 6 Wochen ist das Fleisch ganz weiß und schmackhaft; frisch soll es giftig sein. Wenn man es dagegen 2 Jahre in der Erde aufbewahrt, so ist es noch besser zum essen. Alsdann hat es eine rote Farbe angenommen. Ich traf mit einem dänischen Fischer zusammen, der zwischen Island und den Färöern drei Monate lang auf dem Haifischfang gewesen war. Doch bei solchem Fang im offenen Meere wird blos die Leber an Bord aufbewahrt, alles andere wird ins Meer geworfen und sofort von den gierigen Mitbrüdern verschlungen. Der Mann klagte über den geringen Fang, und doch hatte er etwa 150 Stück getötet. Dieser Hai hat eine Länge von 20—28 Fuß.<br />
In den letzten Tagen meines Aufenthaltes wollte ich einen Versuch machen, nach den Bewohnern des Meeresgrundes zu fischen. Leider hatte ich kein recht geeignetes Instrument dazu; auch ist der dortige Meeresgrund schwierig für derartige Untersuchungen. Ich nahm daher einen alten erfahrenen Lootsen, der das Meer rund um Thorshavn kannte, mit ins Boot.<br />
Zuerst fanden wir bei dieser Gelegenheit die schöne rote und weiße Seeanemone (Actinia crassicornis), einen Polypen, der sich an den Steinen festsetzt und dann seinen Strahlenkranz von Fangarmen ausbreitet. So sieht er aus, wie eine schön gefüllte Rose, oft mit roten, oft mit rot und weiß panachierten Blättern. Wehe aber dem Fischlein, oder dem Seeschmetterling, der sich leichtsinnig dieser schonen Rose nähert; er wird bald von dem nesselnden Gift, welches in den vielen Fangarmen sich befindet, betäubt und als Beute festgehalten, bis alle verdaulichen Stoffe ausgesaugt sind.<br />
Wir fingen eine Menge Eremitkrebse (Pagurus Bernhardus und pubescens), diese merkwürdigen Krebse, die, weil die Natur ihnen eine eigene Schale versagt hat, in verlassenen Schneckenhäusern ihre Wohnung aufschlagen. Ferner fand ich den Schlangenstern (Ophiura albida und fragilis), mehrere Arten von Krabben, die Seesonne (Solaster papposus), den 11armigen Seestern (Solaster hendeca), den Seeigel (Echinus esculentus). Ich jubelte vor Freude, als ich diese lebende Kugel sich nach allen Richtungen wälzend und auf mehreren hundert langen Beinen laufend lebendig in meinem Netz hatte. Es war auch ein Prachtexemplar. Das Maul mit den 5 Zähnen umgeben von vielen verschiedenartigen Fangarmen, die ganze Kugel gestreift mit Reihen von beweglichen Stacheln und mit 3—4 Zoll langen Beinen. O, wunderbar ist Gott in seinen Geschöpfen. Bald hatte ich große und kleinere Exemplare. Auch die dem Seeigel nahestehende längliche Seemaus (Echinocardiuk), die Seegurke (Holothuria, u. s. w., alles wunderbare Wesen, die in ihrem Formenreichtum die unermeßliche Ideenfülle des Schöpfers handgreiflich uns vor Augen führen.<br />
Wohl hatte ich diese Tiere schon in Sammlungen als Spiritus-Präparate gesehen, aber wie ganz anders nimmt es sich aus, wenn man diese wunderbaren Formationen im Leben und in ihren Bewegungen sieht, mit all ihren wunderbaren Organen. Auch interessante Gasteropoden, Ringelkrebse und Seewürmer erbeutete ich. Aber was geht mich das häßliche Gewürm an? Häßlich! Da fand ich einen Wurm, der war so schön, wie die schönsten Sonnenfarben, wenn sie durch ein Prisma geteilt werden. Nein, Gott ist schön, selbst in dem Wurm, der auf dem Boden des Meeres kriecht. Schaute dem Menschen nicht die geistige Seele aus den Augen, wahrlich, er hielt den Vergleich nicht aus mit dem Wurm, der meine Beute wurde. Man nennt ihn die Goldmaus (Aphrodite). Die Schuppen auf dem Rücken glänzen in Gold und andern Farben.<br />
Zuletzt machte ich noch einen interessanten Fund, indem ich bei näherer Untersuchung eines großen Heilbutts und eines großen Dorsches, die am Ufer lagen, herrliche Fischläufe entdeckte. Viele andere Arten, die ich so gerne gehabt hätte, konnte ich nicht bekommen, weil das Instrument zu unvollkommen war. Aber ich war schon überaus zufrieden, so viel erbeutet zu haben.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 14)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-14/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 05:58:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] St. Olafs Fest Doch kommen wir wieder auf mein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>St. Olafs Fest</strong></p>
<p>Doch kommen wir wieder auf mein Tagebuch zurück. Wir find am 29. Juli. Es ist Sonntag. Heute ist großes Fest in Thorshavn. Von allen Seiten kommen die Leute in ihren Booten nach Thorshavn, — das stille Städtchen ist voller Menschen. Es ist St. Olafs-Tag, das alte katholische Fest jenes Heiligen, dem die Inseln den christlichen Glauben verdanken. Doch ach! es wird heutzutage in einer gar unwürdigen Weise gefeiert. Es ist kein Dankfest für die Gnade des Christentums. Von kirchlicher Feier ist gar keine Rede. Das ganze Fest besteht im Schnapstrinken. Vor meinem Fenster sehe ich sie vorbeiziehen, bald bilden sie Gruppen, und die Flasche geht in die Runde, bald ziehen sie Arm in Arm vorbei, schreien, fallen, wälzen sich betrunken auf dem Boden. Zuweilen bricht Schlägerei los, doch sie sind schon zu betrunken, um kräftig schlagen zu können. Wie traurig ist es, diese armen Leute zu sehen! Der unglückliche Branntwein zerstört hier das ganze Geschlecht. Man sagt, es seien fast alle Männer dem Trunke verfallen. Diese traurigen Erfahrungen machte ich bei meinem ersten Besuche.<br />
Doch schon bei meinem zweiten Besuche, 5 Jahre später, war es ganz anders geworden. Es hatte sich durch den Einfluß einiger eifriger und einflußreicher Männer ein Enthaltsamkeits-Verein gebildet, der bis jetzt gute Früchte gebracht hat, und dem ich von Herzen ein gutes Gedeihen wünsche. Der Mann, welcher diesen Verein ins Leben rief, und der selbst mit dem Beispiel vorangeht, ist der protestantische Propst Sörensen. Ehre, wem Ehre gebührt! Ebenso hat der ausgezeichnete Kreisphysikus Dr. Madsen sich große Verdienste um den Verein erworben.<br />
Der Verein hatte bereits ein Haus, wo Kaffee und Chokolade verabreicht wurde. Auf einer kleinen Seetour wollte ich großmütig meinen Wein den fleißigen Ruderern verschenken. Der erste wies die Flasche dankend zurück und sagte, er sei im Verein, der zweite ebenso, auch der dritte. Da wiesen sie auf den vierten, einen alten Seebären, und sagten: „Der da ist nicht im Verein, der kann sie trinken.&#8220; Der aber wollte zeigen, daß man auch enthaltsam sein könne, ohne dem Verein anzugehören. Sollte ich mich nun von diesen zwar durstigen und doch enthaltsamen Leuten übertreffen lassen? Rein, das ging nicht. Die Flasche kam unberührt nach Hause zurück.<br />
Am St. Olafs-Abend sollte auch getanzt werden. Der Nationaltanz der Färinger ist höchst eigentümlich und naiv. Es tanzen nicht zwei und zwei, sondern alle geben sich die Hand und bilden einen Kreis. Den einen Teil des Kreises bilden die Mädchen, den andern die Burschen. Musik hat man nicht. Alle singen mit überlauter Stimme einen färöischen Heldengesang, und nach diesem Takte wird getanzt. Diese Heldengesänge sind eigentlich die einzigen Quellen für die Geschichte der Inseln. Sie sind in der färöischen Sprache verfaßt, welche jedoch als Schriftsprache gar nicht existiert. Die Gesänge werden daher mündlich überliefert. Sonst ist die Sprache verwandt mit dem Altnorwegischen. Die Kinder lernen in der Schule nur Dänisch lesen und schreiben. So konnte ich die Leute nicht verstehen, wenn sie untereinander sprachen, doch sie verstanden mich gut, wenn ich Dänisch sprach. Die meisten Männer konnten sich auch mir gegenüber verständlich Dänisch ausdrücken: nicht so die Frauen, weil sie fast nie mit einem Fremden zusammenkommen und deshalb nie Gelegenheit haben, sich im Dänischsprechen zu üben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 13)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-13/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 17:24:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Auf dem Skalingberg Bei meinem ersten Besuch auf den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867]</em></p>
<p><strong>Auf dem Skalingberg</strong></p>
<p>Bei meinem ersten Besuch auf den Färöern hatte die Unbeständigkeit der Witterung es mir nicht erlaubt, eine größere Bergtour vorzunehmen. Als ich aber das zweite Mal wiederkam, war mir das Wetter durchgehends günstiger, sodaß ich meinem Verlangen ohne Risiko nachgeben durfte. Als Ziel wählte ich mir den Skaling- oder Skellingeberg, den höchsten Berg auf Strömö; er mißt 2400 Fuß und liegt weit von Thorshavn entfernt. Ich mußte demgemäß früh am Morgen aufbrechen. Drei Ruderer und ein Führer waren meine Begleitung.<br />
Herrlich war die Morgenfahrt, unbeschreiblich schön an dem Felsenufer vorbei, an dem die Wogen schäumend emporschlugen. Hier warfen die Felsenriesen ihre gigantischen Schatten über die Flut, und wir glitten schweigend durch das geheimnisvolle Halbdunkel. Dort hatten die Strahlen der Morgensonne durch eine muldenartige Einsenkung der Felsen hindurch freien Zutritt zum Meeresspiegel, und in tausend Funken sprühte und glitzerte es rings umher, als wären die köstlichsten Geschmeide nur so über die Fluten dahingestreut. Am schimmernden Strande spielten munter die zierlichen Strandläuferchen (Tringa minuta), auf den schaukelnden Wellen tanzten Tausende von Seepapageien, in der klaren Tiefe schwamm die große Qualle und ließ ihre langen, bunten Fäden um sich herumflattern, Delphine tummelten sich ohne Scheu in fröhlicher Ausgelassenheit um das Boot herum und warfen von Zeit zu Zeit hohe Wasserstrahlen in die Luft. Von oben ertönte der Lärm der Möven, namentlich des Larus tridactylus, die mit Blitzesschnelle die Luft in allen Richtungen durchkreuzen, als könnten sie nimmer im Fluge ermüden. Ihr Geschrei wurde zuweilen übertönt durch die ganz widerlich klingende, nervenangreifende Stimme der Raubmöve (Larus catarrhactes). Das klingt wie ein Brandalarm, wenn ein gefährdetes Menschenleben die schleunigste Hilfe erheischt.<br />
So ging die Fahrt bis Videnäs. Dort bogen wir in den Kalbaksfjord ein und ruderten weiter bis zum Ende des Fjordes, dessen steil abfallenden Felswände nur hier und da Platz boten für einen einsamen Hof oder ein Fischerdörfchen. Die Fahrt hatte drei Stunden gedauert. Wir verließen nun den Kahn mit den Ruderern, und ich begann mit meinem Führer den Berg zu ersteigen.<br />
Die Berge auf den Fördern haben, wie schon früher angedeutet, eine ganz eigenartige Formation, die im allgemeinen in der größten Regelmäßigkeit auf den einzelnen Inseln wiederkehrt. Sie bestehen abwechselnd aus dachähnlichen Ansteigungen und gewaltigen, zerklüfteten oder wild aufeinandergetürmten Steinmauern, die die einzelnen Abdachungen von einander trennen. Die Abdachungen, die aus grasbewachsenem Lehmboden bestehen, werden Bracke genannt, die cyklopischen Mauern und Basaltklippen heißen Hammer. Gewöhnlich bauen sich 4 bis 5 solcher Bracken und Hammer übereinander auf, wodurch die Berge das Aussehen riesiger Terrassen erhalten. Vielleicht kann man sich die Entstehung dieser Gebilde am richtigsten folgendermaßen vorstellen. Die regelmäßige Abwechslung zwischen Lehmlage und Basaltüberlagerung schuldet ihr Dasein unterseeischen vulkanischen Eruptionen. Nach ihrer Erhebung über den Meeresspiegel scheinen keine Eruptionen mehr stattgefunden zu haben; wenigstens finden sich keine Spuren erloschener Krater mehr vor. Daß jedoch das Feuer bei der Bildung der Inseln seine Rolle gespielt, dafür legen noch die lavaartigen Ablagerungen, die sich an verschiedenen Orten finden, Zeugnis ab. Allmählich hatte sich so ein weitgestrecktes unterseeisches Hochland gebildet, das dann durch eine plötzliche, gewaltige Naturkatastrophe über den Meeresspiegel emporgehoben wurde, aber nicht mehr in gesammelter Einheit, vielmehr in eine zahlreiche Gruppe kleiner und größerer Inseln auseinandergerissen. Schmale Sunde mit steilabfallenden Felsenwänden trennten die einzelnen Eilande, die selbst wieder vielfach zerklüftet, zerrissen, zerschnitten, von tiefen Buchten unregelmäßig durchfurcht, in ihrer wilden Schönheit ein stummes und doch beredtes Klagelied sind von den furchtbaren Wehen, unter denen sie entstanden sind.<br />
Nachdem die Inseln sich solchergestalt über den Meeresspiegel erhoben, haben die Stürme und Witterungswechsel der Jahrhunderte ihr teils gestaltendes, teils zerstörendes Spiel an ihnen fortgesetzt. Der schmelzende Schnee hat die harten Felsen zerbröckelt, die niederströmenden Regengüsse haben bedeutende Massen der Lehmunterlagen ins Meer hinabgespült. Da die Felsen auf diese Weise ihre Stütze verloren, rissen riesige Blöcke sich vom Stocke los und stürzten donnernd zu Thal, wo sie dann entweder an einzelnen Stellen an den Bergesflanken liegen blieben und die Hammer bildeten, oder aber bis zum Meeresstrande hinabrollten und sich dort zu ungeheuern Felsentrümmern auftürmten, gleich den Ruinen einer untergegangenen Welt, die die Färinger Ur benennen. Dieses Zerstörungswerk der Natur setzt sich, wie oben vermerkt, noch beständig fort. Bergstürze größeren oder geringeren Umfanges gehören auf den Färöern nicht zu den Seltenheiten. Dazu kommt noch die unheilvolle Thätigkeit des Meeres, dessen Fluten unablässig die Ufer peitschen und Stück für Stück vom Lande losreißen. Selbst die Felsen können ihrem stürmischen Anprall auf die Dauer nicht widerstehen, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Meer im Laufe der Jahrtausende die Inseln um ein Bedeutendes verkleinert hat. Das letzte Opfer, welches das Meer in seinen gefräßigen Schlund hinabgezogen, ist „der Mönch&#8220; (Munken), der bis vor wenigen Jahren sein merkwürdiges Einsiedlerleben in der Wassereinöde südlich von Suderö führte.<br />
Nach dieser Abschweifung wollen wir zu unserer Wanderung zurückkehren. Niemals in meinem Leben habe ich eine ödere Gegend gesehen. So weit das Auge reicht, keine Spur von menschlicher Ansiedlung. Nur rauhes, wildverworrenes Steingeröll, durch das der Führer mit wunderbarer Geschicklichkeit seinen Weg findet. Ich folge ihm vertrauensvoll wie ein Kind seiner Mutter. Ohne ihn wußte ich weder aus noch ein. In der Höhe nur hören wir das Geschrei der die Luft durchkreisenden Vögel. Auf der ersten Bracke begrüßen uns einige freundliche Blumen, Azalea, Ehrenpreis und Steinbrech, die sich aber alle nur wenig über den Boden zu erheben wagen. Der erste Hammer ist wohl 60 Fuß hoch; es ist eine mühevolle Arbeit, ihn zu übersteigen. So geht es höher und höher hinauf, als gälte es, den Himmel zu erklimmen. An einer Felsenwand fand ich einige Chalcedone. Die Flora wurde mit jedem Schritte kümmerlicher, und die Fauna mar nur noch durch einige Brachvögel vertreten, die uns mit unmelodischer Stimme anschrieen. Wäre der Himmel über mir nicht so unbeschreiblich schön blau gewesen und die Luft so wohlthuend und rein &#8211; die Erde war wirklich nicht schön.<br />
Nach langem Steigen bekamen wir endlich die Spitze des Berges in Sicht. Welch ein Unterschied hier im kalten Norden und in den Alpen der Schweiz! Im Schweizerland die herrlichste Abwechslung, Pflanzenleben und Pflanzenduft, Quellen und Wasserreichtum — hier alles tot, kaum ein bischen Leben in dem spärlichen Moos, in dem bescheidenen, saftlosen Heidekraut. Und doch, fast fühlte ich mich von der toten Einsamkeit poetisch angehaucht. Hätte ich einen Dichter bei mir gehabt, er hätte gewiß ein Gedicht verfaßt mit der Überschrift „Gar nichts.&#8220;<br />
Da horch! Was ist das für ein lieblicher Sang in meiner nächsten Nähe? Hat der liebe Gott selbst in dieser öden Wildnis seine Sänger, die ihm allein, auch wenn kein denkendes und empfindendes Wesen in der Nähe ist, ein Loblied singen? Es ist ein kleiner weißer Vogel, eine Schneeammer, die nicht weit von uns auf einem Steine sitzt und mit dem hellen frischen Schlag eines Kanarienvogels seinen Schöpfer preist. Er ist gar nicht scheu. Er hat eben in seiner weltabgeschiedenen Einsamkeit keine Gelegenheit, die Ungastlichkeit der Menschen zu erfahren. Wie solch eine Überraschung, solch ein freundliches Lebenszeichen in der toten Natur einem das Herz erfreuen kann. Es ist wie ein Sonnenstrahl göttlichen Trostes, der die Wolken der geistigen Trostlosigkeit durchbricht und zerstreut.<br />
Nun öffnet sich die Fernsicht mehr und mehr. Wir sind der Spitze des Berges ganz nahe. Noch eine Basaltsäule muß erklommen werden, und wir stehen oben, 2400 Fuß hoch in der klaren, blauen Luft. Dem Adler schwindelt es wohl nicht, wenn er Rundschau hält hoch oben vom höchsten Felsengrat. Ich aber klammerte mich anfangs zitternd und bebend an meinen Führer und dachte: die ganze Aussicht kann mir gestohlen werden, wenn ich nur nicht hinunterfalle. Ja, das schwache Menschlein zitterte, während die ganze Welt so ruhig und unbeweglich vor mir lag. O wie ist man so klein da droben! Was bin ich im Vergleich zu diesem großartigen Schauspiel, das sich vor meinen Augen und tief unten zu meinen Füßen ausbreitet? Ich sehe den Ocean, den gewaltigen. Ob er Grenzen hat? Ich glaube es nicht. Er ist gar zu großartig. Da liegen die Inselchen im Meere verstreut, ach, wie Kinderspielzeug: und doch messen sie mehrere Quadratmeilen. Wie klein muß, vom Himmel aus gesehen, die Erde sich ausnehmen! Kaiserreiche und Oceane verschwinden, es verschwindet das Menschenwerk und des Menschen lächerliche Eitelkeit, es verschwindet auch der Schmerz, der dich so gewaltig drückt. Die armen thörichten Heiden, die vor solchen Wundern der Natur zu Boden fielen, um ihnen als Gottheiten zu huldigen! Nein, du armes, winziges Menschenkind, erhebe dich zu ihm, der dies alles mit einem Wort aus dem Nichts hervorgerufen, zu ihm, vor dem die ganze Welt nur ein elendes Nichts ist, und vor ihm kniee nicht bloß nieder, nein, wirf dich in den Staub vor ihm, ob er nun im Himmel thront, oder demütig im Sakramente sich verhüllt, um dich nicht durch den Anblick seiner Größe zu erdrücken. Ja groß, unermeßlich groß ist Gott, aber groß ist auch der Menschengeist, der Gott erfassen kann, und groß ist das Gebet, durch welches der unendliche Gott sich will besiegen lassen.<br />
Doch es ist Zeit, von diesem herrlichen Panorama Abschied zu nehmen. Wäre ich nur erst wieder die unglückselige Basaltsäule hinunter. Es gelang unter treulicher Assistenz meines wackeren Führers, und nun konnten wir ohne weitere Fährnis, aber nicht ohne große Beschwerde an den Fuß des Berges und zu unserm Boote gelangen. Auf der Heimfahrt hätte einmal beinahe ein Stoßwind das segelnde Boot umgeworfen. Da ein günstiger Wind den Fjord hinabstrich, hißten meine Leute die Segel. Wozu auch sollten sie sich unnütz mit Rudern ermüden? Aber der Wind hat seine Nücken. Wo ein schmales Thal in den Fjord einmündet, kommt oft durch das Thal ein plötzlicher, heftiger Seitenwind. Wir waren auf unserer Hut, so oft wir uns solch einer gefährlichen Stelle näherten. Da hatte immer einer der Männer das Segel in der Hand, um es bei dem plötzlichen Windstoß schleunigst zu wenden. Einmal nun glitt der Mann beim Springen auf die andere Seite aus und fiel ins Boot. Einen Augenblick sah es aus, als wäre alles verloren. Aber die große Schnelligkeit und Geistesgegenwart der andern rettete uns vom Untergang.</p>
<figure id="attachment_1205" aria-describedby="caption-attachment-1205" style="width: 1146px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1205 size-full" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-14.png" alt="" width="1146" height="937" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-14.png 1146w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-14-300x245.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-14-768x628.png 768w" sizes="(max-width: 1146px) 100vw, 1146px" /><figcaption id="caption-attachment-1205" class="wp-caption-text">Riesenalk</figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 12)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-12/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 16:40:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Die Christianisierung der Inseln vielleicht wird es meine lieben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>Die Christianisierung der Inseln</strong></p>
<p>vielleicht wird es meine lieben Leser interessieren, etwas näheres über die im vorigen Kapitel angedeutete Christianisierung der Färöer zu erfahren. Die Leute jener alten Zeit — es war im Anfange des 2. Jahrtausends — hatten ihre ganz eigentümliche Art und Weise, die Heiden zur Annahme des Christentums zu bewegen.<br />
Also zu jener Zeit waren alle Bewohner jener Inseln noch blinde Odinanbeter. Damals lebten daselbst zwei Brüder mit Namen Bräster und Beiner. Bräster hatte einen Sohn mit Namen Sigmund, der Sohn Beiners hieß Thorer. Der erstere war zur Zeit, wo unsere Geschichte spielt, 9 Jahre alt, der letztere 11. Eines Tages segelten Bräster und Beiner von Groß-Dimon, wo der Hof Brästers lag, nach Klein-Dimon, wo sie ihre Schafe weideten. Sigmund und Thorer hatten Erlaubnis erhalten, mitzufahren. Auf dieser Fahrt nun wurden die beiden Brüder von einer Überzahl Feinde, darunter Thraand von Göte und Bjarne von Svinö, angegriffen und erlagen nach heldenmütigem Widerstände, nicht ohne 5 der Feinde sich in den Tod vorausgeschickt zu haben. Nun wollte Thraand auch die beiden Knaben töten, Bjarne aber verhinderte ihn daran. Die Knaben hatten von einem Felsen aus dem traurigen Ausgang des Kampfes zugesehen. Thorer weinte, Sigmund aber, in dessen Brust sich schon frühe der Heldengeist regte, tröstete ihn: „Laß uns nicht weinen, Vetter, dagegen das Geschehene um so tiefer dem Gedächtnis einprägen.&#8220; Sie mußten nun Thraand folgen, der sich ihrer Erziehung annahm.<br />
In der Folgezeit kamen Sigmund und Thorer nach Norwegen zu König Olaf dem Heiligen, wo sie das Christentum annahmen. Sigmund scheint sich im Dienste besonders hervorgethan zu haben. Darum erwählte ihn der König, um durch ihn den christlichen Glauben auch auf seinen Heimatinseln einzuführen. Sigmund weigerte sich anfangs, gab aber zuletzt dem Willen des Königs nach. Dieser ernannte ihn demgemäß zum Statthalter der Inseln und gab ihm Lehrer mit, die das Volk unterrichten und taufen sollten.<br />
Die Reise nach den Färöern ging glücklich von statten. Sigmund versammelte sofort das Volk auf Thinganäs, und es kamen viele zusammen. Da trat Sigmund auf, hielt eine lange Rede und sagte, daß König Olaf ihn zum Statthalter der Inseln ernannt habe. Das gefiel den meisten nicht übel. Darauf sagte Sigmund: „Außerdem thue ich euch kund und zu wissen, daß ich den christlichen Glauben angenommen habe, und daß der König mich in der Absicht hierher gesandt, damit ich das ganze Volk zum wahren Glauben bekehre.&#8220; Thraand erhob sich und meinte, das sei eine Sache, die die Bauern sich erst wohl überlegen müßten. Dazu meinten die Bauern, das sei gut gesprochen. Sie folgten nun Thraand zu gemeinschaftlicher Beratung, und es gelang diesem leicht, sie zu einem entschiedenen Nein zu überreden.<br />
Sigmund merkte bald, daß er einen Fehler begangen, indem er die Leute sich alle entfernen ließ. Aber es war zu spät. Schon sah er die Schar zurückkehren. Sie schwangen die Waffen über den Häuptern und sahen gar nicht friedfertig aus. Sigmund und seine Leute sprangen auf, ihnen entgegen. Aber Thraand stellte sich dazwischen und sprach: „Laß deine Leute sich setzen, Freund Sigmund, und merke dir eins. Wir sind alle zusammen einig geworden, daß wir von dem Glaubenswechsel nichts wissen wollen: und wenn du nicht von deinem Vorhaben abstehst, werden wir dich hier auf der Stelle angreifen und töten. Darum gieb uns das feste Versprechen, daß du diese Sache nie wieder auf die Bahn bringen willst.&#8220; Sigmund, der sah, daß er diesmal nichts erreichen konnte, machte gute Miene zum bösen Spiel, und das Thing wurde geschlossen. Er hielt sich nun den Winter über auf Skuvö auf, ohne es sich anmerken zu lassen, wie sehr seine Niederlage ihn verdroß.<br />
Als aber der Frühling gekommen war und die See so hoch ging, daß alle es für unmöglich hielten, von einer Insel zur andern zu fahren, fuhr Sigmund mit 30 Mann in zwei Schiffen von Skuvö ab, fest entschlossen, den Auftrag des Königs auszurichten oder aber zu sterben. Sie steuerten gen Osterö und langten zur Nachtzeit an der Insel an, ohne von jemanden bemerkt zu sein. Sofort schlugen sie einen Kreis um den Hof Gote und stießen mit einer Stange die Thür zu der Kammer ein, worin Thraand schlief, ergriffen ihn und führten ihn hinaus. Da sagte Sigmund:<br />
„Siehst du nun, Thraand, wie das Blättchen sich gewendet hat? Im Herbst zwangest du mich und stelltest mich vor eine harte Wahl. Nun will auch ich dir zwischen zwei Dingen zu wählen geben. Das eine ist gut, nämlich daß du den wahren Glauben annehmest und dich taufen lassest. Das andere aber ist, daß du auf der Stelle niedergemacht wirst, und das wäre ein trauriges Los für dich; denn dann würdest du deinen großen Reichtum und das Glück dieser Welt verlieren und statt dessen die Qual und ewige Pein der Hölle in der anderen Welt eintauschen.&#8220; Thraand antwortete trotzig: „Ich will meine alten Freunde nicht im Stiche lassen.&#8220; Da befahl Sigmund einem Manne, Thraand zu töten, und gab ihm eine große Axt in die Hand. Aber da dieser mit erhobener Axt auf Thraand losging, sah derselbe ihn an und sagte: „Schlag mich nicht so schnell! Ich habe erst etwas zu sagen. Wo ist mein Pflegesohn Sigmund?&#8220; „Hier bin ich,&#8220; sagte dieser. „Mache mit mir, was du willst,&#8220; sagte da Thraand, „und ich will den Glauben annehmen, den du wünschest.&#8220; „Schlag ihn nieder, Mann!&#8220; rief Thorer. „Nein,&#8220; sagte Sigmund, „diesmal soll ihm kein Leid zugefügt werden.&#8220; Thorer sprach: „Das wird dein und deiner Freunde Tod, wenn er jetzt entwischt.&#8220; Sigmund aber erwiederte: „Das wollen wir abwarten.&#8220; Darauf wurde Thraand mit seinen Hausgenossen von einem Priester getauft.</p>
<p>Drauf lustig der Tage dreimal drei<br />
Die Helden tranken und tanzten dabei;</p>
<p>so schließt die gereimte Sigmund-Brästersön-Sage diese merkwürdige Bekehrungsgeschichte. Sigmund benutzte diesen ersten Erfolg, indem er die ganzen Färöer durchzog und nicht eher ruhte, als bis alle Einwohner derselben sich hatten taufen lassen.<br />
Im Sommer rüstete Sigmund sich zu einer Fahrt nach Norwegen, um König Olaf seine schuldigen Abgaben zu entrichten. Thraand sollte ihn auf dieser Reise begleiten. Thraand bat und flehte, ob er nicht zu Hause bleiben dürfte: aber Sigmund bestand auf seinem Willen. Das Schiff war jedoch noch nicht weit gekommen, da erhob sich ein heftiger Sturm, der sie zurücktrieb und das Schiff an einem Felsen zerschmetterte. Sie retteten nur das nackte Leben. Nicht besser ging es das zweite Mal, und Thraand versicherte, daß es jedesmal in gleicher Weise gehen werde, so oft man ihn gegen seinen Willen mitzunehmen versuchen würde; er schien im Bunde mit bösen Mächten zu stehen. Sigmund mußte in dem Jahre seine Reise aufgeben, da es schon gegen Winter ging. Darum zog ein jeder sich auf seinen Hof zurück.</p>
<p>Nun scheint eine Reihe von Jahren ruhig verlaufen zu sein. Doch war Thraand, wie zweifelsohne auch manche andere Färinger, nur zum Scheine ein Christ, und er konnte es Sigmund nie verzeihen, daß er ihn überlistet hatte. Einst nun, da der Winter vor der Thür stand, segelte er mit 30 Mann nach Skuvö, um Sigmund heimzusuchen. Es habe ihn geträumt, sagte er, daß sie demselben nun zu Leibe rücken würden. Sie umzingelten Sigmunds Hof, wie einst dieser den Hof Thraands umzingelt hatte, und griffen mit Ungestüm an. Aber Sigmund und seine Mannen setzten sich tapfer zur Wehr, und auch seine Frau Thurida kämpfte wie ein Mann.<br />
Nachdem der Kampf eine Zeitlang gerast, und die Feinde schon anfingen, Feuer anzulegen, trat Thurida vor die Thür und rief: „Wie lange, Thraand, willst du mit kopflosen Männern kämpfen?&#8220; „So, so!&#8220; sagte Thraand, „ist Sigmund entkommen?&#8220; Er sucht nun flötend auf der andern Seite des Hofes und findet dort einen heimlichen Gang. Dort steckt er die Hand in die Erde, hält sie dann an die Nase und sagt: „Richtig, hier sind sie zu dreien entflohen, Sigmund, Thorer und Einar.&#8220; Sofort gab er sich daran, umherzulaufen und wie ein Hund zu schnüffeln, bis er an eine Felskluft kam, die sich quer über die Insel hinzieht. Da rief er aus: „Diesen Weg sind sie geflohen, und hier ist Sigmund über die Kluft gesprungen.&#8220; Dann teilte er seine Leute: die eine Hälfte sandte er links um die Kluft herum; er selbst aber rief: „Nun ziemt es sich, Sigmund, daß du dich sehen lassest, wenn du noch deinen alten Mut bewahrt hast und fernerhin für einen tapfern Mann angesehen werden willst.&#8220; Da kam durch die stockfinstre Nacht ein Mann über die Kluft gesprungen und hieb nach ihm. Aber er traf nur Thraands Nebenmann, Steingrina, dem er die Schulter spaltete. Er sprang sofort rücklings über die Kluft zurück. „Das war Sigmund,&#8220; rief Thraand; „jetzt schleunig um die Kluft herum.&#8220; Und er eilte nach rechts um die Kluft herum, um die Flüchtlinge von beiden Seiten zu fassen.</p>
<figure id="attachment_1202" aria-describedby="caption-attachment-1202" style="width: 461px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class=" wp-image-1202" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-13-208x300.png" alt="" width="461" height="665" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-13-208x300.png 208w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-13-768x1106.png 768w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-13.png 999w" sizes="(max-width: 461px) 100vw, 461px" /><figcaption id="caption-attachment-1202" class="wp-caption-text">Felspartie</figcaption></figure>
<p>Diese hatten sich auf einen Felsen dicht am Meere zurückgezogen. Aber bald hörten sie Menschenstimmen von allen Seiten. Da sprach Thorer: „Nun wollen wir uns zur Wehr setzen, so gut wir können.&#8220; „Nicht bin ich imstande, mich zur Wehr zu setzen,&#8220; erwiderte Sigmund; „denn ich verlor mein Schwert, als ich vorhin rücklings über die Kluft zurücksprang. Darum wollen wir nun vom Felsen hinabspringen und uns durch Schwimmen zu retten suchen.&#8220; „Es sei, wie du gesagt&#8220;, antwortete Thorer, und gleichzeitig sprangen alle drei ins Meer und schwammen aus Leibeskräften. Als Thraand den Platsch der Wellen hörte, rief er: „Da sind sie davon. Auf, laßt uns ein Schiff nehmen, wo wir es finden können, und sie aufsuchen, die einen zu Wasser, die andern zu Lande!&#8220; Und so thaten sie, sie fanden aber niemanden.</p>
<p>Was war aus Sigmund und seinen Gefährten geworden? Dieselben schwammen eine Zeitlang in der Richtung auf Suderö zu, dort, wo der Abstand am kleinsten war; es war aber doch eine lange Seemeile. Da sie die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten, sagte Einar: „Nun müssen wir von einander scheiden, meine Freunde&#8220;. Sigmund erwiderte: „Das soll nicht sein. Leg dich auf meine Schultern, Einar.&#8220; Einar that, wie befohlen, und Sigmund schwamm mit ihm durch die Wellen. Nach einer Weile fragte Thorer, der hinter ihm schwamm: „Wie lange, Vetter Sigmund, willst du einen toten Menschen mit dir schleppen?&#8220; Sigmund ließ die Leiche ins Wasser gleiten, und die beiden Freunde schwammen allein weiter.<br />
Wieder verging eine geraume Weile. Sie hatten noch ein Viertel des Weges zurück, da sagte Thorer: „Alle Zeit unseres Lebens, mein Vetter Sigmund, haben wir zusammen gelebt und große Liebe zu einander gehabt; jetzt aber scheint es, daß unser Zusammenleben enden soll. Ich habe gethan, was in meinen Kräften stand. Nun will ich, daß du dich und dein Leben rettest, ohne dich um mich zu kümmern. Denn wolltest du mir helfen, würdest du dein eigenes Leben aufs Spiel setzen.&#8220; Sigmund aber sprach: „Das soll nimmer geschehen, daß wir uns so trennen, mein Vetter Thorer. Entweder kommen wir beide ans Land oder keiner von uns.&#8220; Er nahm nun Thorer auf seine Schultern; derselbe war so ermattet, daß er sich gar nicht helfen konnte. Sigmund aber schwamm, bis er Suderö erreichte.<br />
Hier aber war er selbst so erschöpft, daß er der starken Brandung nicht mehr widerstehen konnte, sondern von ihr hin und her geschleudert wurde. Da geschah es nun, daß die Wellen Thorer von seinen Schultern rissen und ihn in der Tiefe begruben. Sigmund aber gelang es zuletzt, an den Strand zu kriechen und sich im Tang zu verstecken. Dort aber wurde er am folgenden Morgen von dem Bauern Thorgrim dem Bösen aufgefunden. Da dieser erfuhr, wer er sei, und zugleich einige Kostbarkeiten bei ihm entdeckte, beredete er seine Söhne Ormstein und Thorstein, ihn grausam zu erschlagen. Seine Leiche begruben sie unter einem Hügel, und neben ihm betteten sie Thorer, den die Wogen ans Land gespült hatten.<br />
So endete nach der alten Sage Sigmund, der unvergleichliche Held; aber der Glaube, den er auf den Inseln eingepflanzt, entfaltete sich zu immer schönerer Blüte, bis im 16. Jahrhunderte auf heimtückische Weise ein falscher Glaube an seine Stelle eingeschmuggelt wurde. Gebe Gott, daß der wahre Glaube recht bald zu neuer und schönerer Blüte emporsprießen möge.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 11)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-11/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 08:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Verschiedenes Mehrere Tage gingen nun hin ohne besonders interessante]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>Verschiedenes</strong></p>
<p>Mehrere Tage gingen nun hin ohne besonders interessante Begebenheiten. Währenddes war ich beschäftigt mit dem Konservieren der gefundenen Gegenstände; besonders machte das Trocknen der Algen große Schwierigkeiten. Am Nachmittag ging ich dann an den Strand, um aufzusammeln, was das reiche Meer ausgeworfen hatte.<br />
Zweimal machte ich auch eine kleinere Tour auf die nächsten Anhöhen bei Thorshavn. Gern hätte ich einmal eine größere Bergtour gemacht, aber das Wetter war dafür zu unsicher. Die höchsten Berge finden sich auf der Insel Österö, die nach Strömö die größte ist und von dieser nur durch einen sehr schmalen Sund getrennt wird. Von Videnäs aus hat man einen sehr schönen Ausblick auf den schmalen Sund und die jenseits liegende Insel Österö mit ihren hohen Bergspitzen, die mit blendendem Schnee bedeckt sind. Es giebt hier keine eigentlichen Gletscher: dafür sind die Berge zu niedrig; aber es hält sich doch viel Schnee auf der der Sonne abgewandten Seite. Die höchste Spitze ist 2809 Fuß hoch. Alle Gebirge bestehen aus Trapporphyr und bilden stets, wie ich schon vorher sagte, Stufen oder Hammer. Die Aussicht von diesen hohen Spitzen wird als ganz großartig gepriesen. Man übersieht dort alle einzelnen Inseln, die gleichsam wie eine Herde von Seeungeheuern aus dem weiten Ocean sich erheben. An Metallen sind die Berge arm. Nur auf der Insel Naalsö findet sich gediegenes Kupfer, aber in so geringer Quantität, daß es bis jetzt nicht benutzt wurde. Die häufigsten Mineralien sind Spath und namentlich alle möglichen Arten von Zeolith.<br />
Auf meinen Touren war ich oft ganz begeistert von den Naturschönheiten, die sich hier finden, den Bergen und Felsen, den Bergstürzen und Wasserfällen und dem großen weiten Meer. Doch man vermißt hier die grünen Wälder und die wogenden Saaten. Die inneren Teile der Inseln sind ganz traurige unbewohnte, meist sumpfige Öden und Hochebenen, wo nur Steine gesäet sind, die keine Frucht tragen. Das ganze Leben spielt sich nur am Ufer des Meeres ab. Überall sieht man den Norden, überall entbehrt man das Leben des Südens. Man sieht keine fleißige Biene Honig sammeln, man hört keine Hummel brummen, keine Wespe benagt das reife Obst, sie hätte ja wegen Mangels an solchem keine Nahrung. Keine geschäftige Ameise sucht sich Tannennadeln zusammen. Nie hört man an warmen Sommerabenden das gemütliche Quaken der Frösche. Kein Frosch, keine Kröte, keine Eidechse, keine Schlange ist hier zu sehen. Von Käfern giebt es nur wenige Arten, von Schmetterlingen habe ich nur Kleinfalter gesehen. Auch die Flora ist beschränkt. Ich vermißte manches liebe Blümchen der Heimat. Die ganze Flora bietet 300 Phanerogamen. Doch die Wiesen<br />
bei den Dörfern sind sehr schön mit Blumen geziert; besonders Ranunculus acris, Lychnis flos cuculi und diurna sind üppig und schön. Ich freute mich hingegen, auch hier manches Blümlein wiederzufinden, welches ich auf meinen früheren Alpentouren bei Feldkirch liebgewonnen hatte, Saxifraga stellaris, Sedum villosum, Silena acaulis u. s. w. Eine Pflanze fand ich, die mir ganz neu war, Cornus suecica, eine ganz nordische Pflanze. Hätte ich eine Bergtour machen können, so würde ich noch andere schöne Pflanzen gefunden haben; denn dort giebt es eine ganze, wenn auch ihren Arten nach nicht so bedeutende Alpenflora.</p>
<p>Keine Tierklasse ist auf den Färöern so stark vertreten, als die Vögel und unter diesen besonders die Schwimmvögel und sodann die Watvögel. Eine Merkwürdigkeit bietet sich hier dem Ornithologen, die nur an wenigen Orten der Welt sich findet, nämlich weiße Raben; es ist, wie es scheint, nur eine Varietät des schwarzen. Hier auf den Färöern gilt also der Ausdruck „rabenschwarz&#8220; nicht mehr. Ursprünglich gab es auf den Inseln kein einziges Säugetier. Haustiere, Pferde, Kühe, Schafe, Schweine, Katzen und Hunde wurden eingeführt. Ratten und Mäuse haben sich selbst eingeführt, ohne die Überfahrt zu bezahlen. Hasen sind vor etwa 50 Jahren eingeführt und haben sich stark vermehrt, da kein Fuchs oder Iltis die Vermehrung kontrolliert; sie kommen aber nur auf den beiden größten Inseln vor. Es ist der nordische Hase (Lepus variabilis), der im Winter weiß wird. Auf der kleinen Insel Dimon fand sich bis vor wenigen Jahren eine merkwürdige Art wilder oder verwildeter Schafe. Sie waren schwarz mit großen, stein-bockartigen Hörnern und hatten mehr Haare als Wolle. Man sieht sie als einen Bastard von Schaf und Ziege an. Exemplare davon sind in den Museen in Kopenhagen. Die interessante Art ist leider jetzt ganz ausgestorben. Die Pferde werden nur zum Tragen gebraucht; Wagen und Karren giebt es nicht. Es ist eine besondere Art Pferde, klein, mit sehr langen starken Mähnen, darunter sehr schöne Tiere. Obgleich sie fürs gewöhnliche frei herum weiden und keinen Stall kennen, sind sie doch überaus zahm und friedlich. Schafe giebt es so viele, daß auf jeden Einwohner 18 Schafe kommen. Dieselben wurden schon von den ersten Einwanderern eingeführt.</p>
<p>Diese ersten Einwanderer waren christliche Einsiedler aus Schottland, so berichtet die Sage. Doch zogen sie sich wieder zurück oder starben aus. Sie hatten bereits den besten Hafenplatz auf den Inseln gefunden und daselbst die erste Niederlassung gegründet. Hafen und Ort heißen noch jetzt: Westmannshaven. Man nannte nämlich jene ersten schottischen Einwanderer Westmänner zum Unterschiede von den Ostmännern, die später von Norwegen herkamen. Als nun die norwegischen Einwanderer kamen, fanden sie die Inseln schon voller Schafe und nannten dieselben deshalb Färöer, d. i. Schafsinseln. Diese norwegischen Ankömmlinge waren Heiden, wurden aber unter König Olaf dem Heiligen für das Christentum gewonnen kurz nach dem Jahre 1000. Sigmund Brästersön ist der erste christliche Held, der noch in vielen Heldensagen gefeiert wird. Er war der Lehnsherr der Inseln, hatte sich schon früher durch große Heldenthaten ausgezeichnet, hatte darauf bei seinem König in Norwegen das Christentum angenommen und wollte es nun auch auf seinen Inseln ausbreiten. Anfangs gelang alles gut, bald aber erlag er den Verfolgungsränken seines Pflegevaters. Doch hatte er nicht vergebens gestritten und geblutet. Das Christentum war bleibend eingeführt, und kurz nach seinem Tode erhielten die Inseln einen Bischof. Kirkebö wurde Bischofssitz und verblieb es bis zur Reformation.</p>
<figure id="attachment_1190" aria-describedby="caption-attachment-1190" style="width: 782px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1190" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-12-300x217.png" alt="" width="782" height="566" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-12-300x217.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-12-768x555.png 768w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-12.png 1384w" sizes="auto, (max-width: 782px) 100vw, 782px" /><figcaption id="caption-attachment-1190" class="wp-caption-text">Waagö</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 10)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-10/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 05:28:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://schafsinseln.areion.org/?p=1182</guid>

					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Kirkebö Herr Bergh, Oberlehrer an der hiesigen, neu errichteten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867]</em></p>
<p><strong>Kirkebö</strong></p>
<p>Herr Bergh, Oberlehrer an der hiesigen, neu errichteten Realschule, war unterdessen in meinem Quartier gewesen, um mich für den folgenden Tag zu einem Ausflug nach Kirkebö einzuladen. Keiner folgte einer Einladung so bereitwillig als ich, obgleich ich sehr müde war.<br />
Kirkebö liegt eine starke Meile von Thorshavn, auf der südlichen Spitze der Insel. Der Weg dahin führt wiederum über felsige Gebirge. Auf den steinigen Triften wird man beständig von Vögeln angeschrieen, die, wie bei uns die Kiebitze, durch ihr Geschrei ihr Nest verraten, so besonders der Brachvogel. Derselbe findet sich hier in 3 Arten, der große, mittlere und der kleinere (Numenius phaeopus) und der schöne Austernfischer (Haematopus ostralegus).<br />
Auf dem hohen Bergrücken, den wir vor Kirkebö zu ersteigen hatten, bot sich ein ganz wundersamer schöner Fernblick auf die nahegelegenen Inseln dar. Zu unserer Rechten lag Waagö, eine ziemlich große Insel, die sich durch ihre schönen Berge und ihre Landseeen auszeichnet. Vor uns ganz nahe die beiden kleinen Felseninseln Hestö und Kolter. Etwas weiter hinter diesen die größere Insel Sandö mit dem uns zugewandten steilen Vogelberg Trollehoved, d. i. Hexenkopf. Dort fängt man den für die Inseln nützlichsten Vogel, die dumme Lumme (Urin troile).<br />
Kirkebö liegt unter einer hohen Felsenwand am Meere, und da die Felsenwand nach Süden liegt, so ist dieser Ort außergewöhnlich warm. Hier war der uralte Sitz der katholischen Bischöfe. Das bischöfliche Haus steht noch wohlerhalten da, ein altehrwürdiges Monument. Es ist von gewaltigen aufeinandergelegten Baumstämmen gebaut. Als ich hinein kam, hing es ganz voll gefangener Lummen, und viele Weiber waren damit beschäftigt, dieselben zu rupfen. Auch die alte Bischofskirche aus dem II. oder 12. Jahrhunderte besteht noch und wird noch als Kirche benutzt. Neben dieser alten Kirche liegt eine Ruine: dieselbe ist aber jüngeren Datums. Die Kirche und Ruine sind die einzigen Steinbauten, die sich auf den Inseln finden.<br />
Diese Ruine sollte einst die eigentliche Kathedralkirche werden. Man war damit in vollem Bau begriffen, als die einbrechende Reformation kein Geld mehr hatte zur Vollendung neuer Kirchen. So liegt der schöne Bau unvollendet bis auf den heutigen Tag. Auf den Mauern blüht die Angelica. Die Überreste des Baues sind durch die Überwucherung so verdorben, daß dieselben wohl vergebens einer besseren Zeit entgegenhoffen, und doch höre ich, daß man&#8217;s noch mit dem Aufbau versuchen will.</p>
<figure id="attachment_1179" aria-describedby="caption-attachment-1179" style="width: 789px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1179" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-09-300x187.png" alt="" width="789" height="492" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-09-300x187.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-09-768x478.png 768w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-09.png 1095w" sizes="auto, (max-width: 789px) 100vw, 789px" /><figcaption id="caption-attachment-1179" class="wp-caption-text">Kirkebö</figcaption></figure>
<p>Draußen vor Kirkebö im Meere liegt ein Holm (d. i. eine kleine Insel), die ein Hauptquartier der Eidergänse (Somateria mollissima) ist.<br />
Wir wollten diesen lieben Vögeln doch auch einen Besuch abstattcn und fuhren deshalb auf einem Kahn hinüber. Dort waren mehrere Hundert Nester. Man hat mit Steinen und Brettern kleine Abteilungen für die Vögel hergerichtet, damit sie bequemer ihre Nester bauen könnten: aber auch, um sie bequemer ihrer Dunen, mit denen sie das Nest auspolstern, berauben zu können.</p>
<figure id="attachment_1180" aria-describedby="caption-attachment-1180" style="width: 700px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1180" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-10-300x295.png" alt="" width="700" height="688" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-10-300x295.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-10.png 627w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption id="caption-attachment-1180" class="wp-caption-text">Eidergans</figcaption></figure>
<p>Apropos Dunen! „Wissen Sie auch,&#8220; fragte mich Herr Bergh, „wie die Eidergänse an ihr herrlickes Dunenkleid gekommen sind?&#8220; „Nein; wissen Sie etwas näheres darüber?&#8220;<br />
„Nun gewiß; jeder Färinger kann Ihnen das erzählen. Die Eidergans und der Cormoran (Phalacrocorax oder Graculus carbo) stritten sich darum, wer von ihnen die Dunen erhalten sollte. Zuletzt gingen sie eine Wette ein; wer von ihnen zuerst erwachte und die Sonne anmeldete, der sollte die Dunen haben. Nun setzte die Eidergans sich ganz gemütlich hin und schlief. Der Cormoran dagegen hielt sich mit der größten Anstrengung wach bis zum Einbruch der Morgendämmerung. Als er den ersten Schimmer des nahenden Tages gewahr wurde, konnte er seine Freude nicht zügeln, sondern rief laut aus, daß es tage. Darüber erwachte die Eidergans, und nun hatte sie gewonnenes Spiel. Denn während der Cormoran vor lauter Ermüdung einschlief, saß sie gemächlich auf ihrem Stein und hielt Ausschau, bis die Strahlen der Sonne über dem Meeresspiegel hervorblitzten. Da rupfte sie den Cormoran mit ihrem Schnabel und meldete, die Sonne sei da. Auf diese Weise erhielt die Eidergans ihr Dunenkleid. Dem Cormoran aber wurde zur Strafe für seine Schwatzhaftigkeit die Zunge ausgeschnitten, sodaß nur ein kleiner Stummel im Schnabel zurückblieb.&#8220;<br />
Ich mußte herzlich lachen über diese naive Naturbeschreibung, die freilich poetischer klingt, als das objektive trockene Registrieren des Naturforschers: der Cormoran hat statt der Zunge einen kleinen Stummel im Halse, die Brust der Eidergans ist mit weichen Dunen bekleidet.</p>
<figure id="attachment_1181" aria-describedby="caption-attachment-1181" style="width: 700px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1181" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-11-300x248.png" alt="" width="700" height="579" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-11-300x248.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-11.png 749w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption id="caption-attachment-1181" class="wp-caption-text">Cormoran</figcaption></figure>
<p>Inzwischen betrachtete ich mit Muße die interessanten Vögel. Die brütenden Weibchen waren so eifrig in ihrem Geschäft, daß sie sich durch uns nicht stören ließen: ja, einige ließen sich ruhig auf dem Neste streicheln. Es waren nur Weibchen zu sehen. Die Männchen waren schon fortgezogen nach dem höchsten Norden, wohin die Weibchen mit der neuen Nachkommenschaft im Herbste nachfolgen.<br />
Der andere Teil des Holms war von Nestern der Seeschwalbe (sterna macrura) wie besäet. Die Eier dieser Vögel sind so groß und fast auch so schmackhaft, wie die Eier des Kiebitzes. Der Eigentümer dieses Holms hatte jedes Jahr von dort eine Ernte von mehreren Tausend Eiern. Doch in den letzten Jahren haben die Ratten den Weg hinüber gefunden und richten einen großen Schaden an. Dort fing ich auch einen kleinen Austernfischer im unnenkleide. Der wäre recht schön zum Ausstopfen gewesen, aber der Kleine schaute mich so bittend an, ich mußte ihm die Freiheit schenken. Ob der Schlingel mir nun auch dankbar bleibt, weiß ich nicht.<br />
Auf dem Rückwege überfiel uns ein sehr dichter Nebel, wie er auf diesen Inseln, besonders auf den Bergen sehr häufig ist. Derselbe ist für den Wanderer sehr gefährlich, da es keine Wege giebt, wohl aber viele Abgründe. Bald hatten wir wirklich die Richtung verloren und waren in großer Not. Doch Herr Bergh kannte solche Abenteuer. Wir suchten an den nächsten Bach zu kommen, den wir rauschen hörten. Geht man nun dem Bache nach, so kommt man am sichersten zum Meere, und am Meeresufer findet man gewöhnlich bald Häuser. Dies gelang auch uns vollkommen. So fanden wir am Meere entlang leicht den Weg nach Thorshavn. Die Bäche hier auf den Inseln sind im Verhältnis zu ihrem kurzen Lauf sehr wasserreich. Überall findet man Wasserfälle, die für einen Maler oft großartige Skizzen bieten würden. In diesen Felsenbächen giebt es viele Lachsforellen (Salmo Trutta), die mit wunderbarer Kraft sich an den Wasserfällen hinaufschnellen.</p>
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		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 9)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-9/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 14:57:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Naalsö Auf den folgenden Tag hatten wir eine höchst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>Naalsö</strong></p>
<p>Auf den folgenden Tag hatten wir eine höchst interessante Reise vorbereitet. Ich fuhr nämlich in einem Boot auf die eine Stunde entfernte Insel Naalsö. Die Fischer hatten Flinten mitgenommen, und ich legte zu meinem grossen Verdruß viermal den Beweis ab, daß ich kein glücklicher Jäger bin. Es ist auch ganz unglaublich schwer, von dem tanzenden Boote aus einen Vogel zu schießen, da man sowohl wegen der Bewegung des Vogels, als wegen der Schwankungen der Wellen keinen Augenblick ruhig zielen kann. Einer der Fischer dagegen verfehlte fast nie sein Ziel. Bald hatte er zwanzig Vögel. Es waren drei verschiedene Arten: der Seepapagei, von dem später noch die Rede sein wird, dann Laras tridactylus, eine Möve des Nordens, die hier wohl die gewöhnlichste ist, und Sterna macrura, die Seeschwalbe, die ebenfalls sehr häufig hier vorkommt.<br />
Bald landeten wir an dem lieblichen Dörfchen Eide, dem einzigen auf der 1/5 Quadratmeile großen Insel Naalsö. Diese Insel ist eine der interessantesten von allen. Sie besteht aus einer schmalen, fruchtbaren Landzunge, auf welcher das Dorf liegt, und aus einem 1200 Fuß hohen Berge. Hier finden sich sehr schöne Zeolith-Krystalle, von denen ich eine Menge mitgenommen habe. Unter diesen zeichnen sich die Haarzeolithe besonders aus, die wie ein Bündel Haare, oder besser der feinsten Nadeln strahlenförmig von einem Mittelpunkte ausgehen.<br />
Auf der Insel angelangt, ging ich zu einem Bauer, der mich vor einigen Tagen besucht und zu sich eingeladen hatte. Dort lernte ich, wie auch an anderen Orten, die große Gastfreundschaft der Färinger kennen. Mit ihm trat ich nun nach einer Stärkung die Reise nach dem Vogelberge an, der an dem östlichen Abhange des Berges ist. Als wir die schönen Wiesen, die bei dem Dorfe liegen, passiert hatten, begannen wir den ersten Teil des Berges zu besteigen.<br />
Die Berge sind alle vulkanischen Ursprungs und haben eine sehr eigentümliche Formation; sie bilden stets vollständige Terrassen, so daß gegen 4—5 Riesenstufen erklommen werden müssen, bis man auf der Höhe des Berges ist. Diese Stufen nennt man Hammer. Wir stiegen nicht höher, als bis zum ersten Hammer.<br />
Von der nördlichen Seite des Berges gingen wir nach der östlichen Seite. Auf dieser traten die Stufen nicht mehr so geordnet hervor. Statt dessen befinden sich hier gewaltige Felsenabhänge. Der Weg wurde höchst unbequem; fortwährend mußten mir über Felsen und Steinblöcke klettern.<br />
Zur Rechten hatten wir eine etwa 800 Fuß hohe Felsenwand, die ganz schauerlich aussah und von der kleinere Gießbäche sich herabstürzten. Zuweilen sieht man hier und da ein Paar Schafe, die zwischen den feuchten Felsen gute Kräuter finden. Hier wächst die hohe Doldenpflanze Angelica Archangelica, die 8 bis 10 Fuß hoch wird. Sie ist die Königin des Nordens, die höchste wildwachsende Pflanze. Auch wird sie roh und gekocht gegessen.<br />
Die Felsen sind fast schwarz und durchzogen mit roten Adern. Diese Adern sind der Tod der Felsen. Eine Art roter Sandstein durchzieht nämlich die Felsen, und da derselbe leicht durch die Einwirkung von Luft und Wasser verwittert, so lösen sich die Felsen und stürzen herab. Daher sind hier zu Lande fast beständig Bergstürze. Mein Begleiter war seit zwei Jahren nicht mehr an dieser Stelle gewesen und kannte dieselbe gar nicht wieder, weil die beständigen Bergstürze die Gegend ganz verändert hatten. Die riesenhaften Trümmer dieser Bergstürze liegen vom Fuß der Felsenwand bis in das Meer hinein oft so schräg auseinander, daß nur das Gewicht eines Mannes genügt, um einen oder mehrere Felsblöcke zum Sturz in den Meeresabgrund zu zwingen. Wehe da dem Unvorsichtigen, der sich dem tückischen Feisblock anvertraut hatte. Da heißt es auch: „Trau, schau, wem.&#8220;<br />
Wir mußten nun quer über diese schiefe Ebene oder vielmehr Unebene. Auf der Reise selbst hat man mehr Mut, aber jetzt schaudert es mir noch immer, wenn ich an die unter meinen Füßen wackelnden Felsblöcke, an die Sprünge, die ich von einem zum andern machen mußte, und an das brausende Meer tief zu meinen Füßen denke. Solches durch Bergstürze gebildete Gerölle von Felsblöcken heißt „Ur&#8220;.<br />
Mein Begleiter hatte färöische Schuhe für mich mitgenommen; denn in meinen Stiefeln konnte ich mich gar nicht auf dem glatten Felsen halten. Die färöischen Schuhe bestehen in einem dünnen Lappen von Schafleder, der um den Fuß gebunden wird. Jedermann gerbt sich das Leder selbst, indem er statt der Lohe die Wurzel der Tormentil braucht; der Schuhmacher hat dabei gar nichts zu thun; jeder näht sich seinen Lappen für seinen Fuß zurecht. In diesen Schuhen fühlt man aber jeden Stein, und die spitzen Felsen, auf die man oft springen mußte, verursachten nicht geringe Schmerzen.<br />
Wir waren dem Vogelberge nahe und sahen schon die großen Schwärme von Seepapageien. Zwischen diesen Steinen haben sie ihre Nester, meist so tief, daß sie gar nicht zu erreichen sind, da sie zwischen den Felsen noch Höhlen in die Erde graben. Wir hofften, die Vogelfänger dort zu treffen, doch wir fanden nur ihre Netze.<br />
Man bedient sich hier eines kleinen Netzes, welches an einer etwa 12 Fuß langen Stange befestigt ist: damit schlägt man nach den Vögeln, wenn sie in ihren Schwärmen ganz nahe an den Felsen vorbeistreichen. So kann ein Mann in einem Tage 2—300 Vögel erhaschen. Mein Begleiter fing nur einen, um mir die Art des Fangens zeigen.</p>
<p>Der Seepapagei, der auch Papageitaucher oder Lund (Alca arctica) heißt, ist so groß, wie die kleine Krickente, hat kurze Flügel, einen dicken Kopf und einen dicken Schnabel, der mit dem Schnabel des Papageis große Ähnlichkeit hat, nur ist er nicht, wie jener, an der Spitze gebogen. Dazu hat er ganz grelle rote und gelbe Streifen. Auch an der Wurzel des Schnabels und unter den Augen hat er eine citronengelbe Haut. Diese schönen Farben verliert leider der ausgestopfte Vogel. Wenn er gefangen wird, hat er seinen Fischvorrat, den er zum Futtern der Jungen brauchen wollte, im Schnabel. Oft sind es gegen 40 kleine Fische, die ihm wie ein Bart zu beiden Seiten des Schnabels herunterhängen, und die er sehr geschickt mit der Zunge festzuhalten weiß.<br />
An diesem Vogelberge finden sich nur Seepapageien. So giebt es andere Vogelberge, die von andern Vogelarten bewohnt sind. Wenn ein Vogelberg von verschiedenen Arten bewohnt ist, so hat jede Art gleichsam eine Etage für sich. Am Fuße, also dicht am Meere, wohnen dann die Seeraben (Graculus carbo und cristatus), etwas höher die Möven. Vom Boote aus sieht man auf den Felsen lange Reihen von Köpfen: das sind die brütenden Möven, die ihre Nester ganz dicht nebeneinander haben. Darüber kommt das Stockwerk der Lummen. Zuletzt hoch oben das der Seepapageien, die alsdann in einer Höhe von 1000—1500 Fuß aussehen wie Bienen, die um die Felsen fliegen. Nach Berechnungen werden jährlich auf den Bogelbergen der Färöer 235.000 Vögel gefangen.<br />
Die Fangart mit Netzen, wie ich sie beschrieb, ist sehr einfach. Es giebt aber auch eine gefahrvollere Art, die manchen das Leben kostet, und die darin besteht, daß der Vogelfänger sich an einem Strick von oben an dem steilen Felsen herabläßt. Gräßliche Geschichten könnte ich hier erzählen über die Abenteuer und über schreckliche Unglücksfälle der Vogelfänger. Nun, hierin geht es dem Färinger, wie dem Tiroler mit der Gemsjagd. Er betreibt den Vogelfang mit einer wahren Leidenschaft; und er fühlt sich weit glücklicher, wenn er an einem Seil über einem tiefen Abgrund, oder über dem brausenden Meere schwebt, als wenn er in dumpfer Werkstätte als Handwerker hämmern sollte.<br />
Auf der Rückreise ging noch einmal die schreckliche Tour an. Doch ich fand dabei so schöne Haarzeolithe, daß auch wieder Freude zu Leid sich mengte. Um 1/2 8 Uhr abends kamen wir müde und hungrig zurück zu dem kleinen Dörfchen und zur Wohnung meines Führers. Ein herrliches Mittagsmahl hatte lange auf mich gewartet. Ich wunderte mich, daß diese einfachen Inselbewohner in der Kochkunst gar nicht so schlecht unterrichtet waren. Nach einer wohlschmeckenden Milchsuppe kamen drei gebratene Seepapageien, die ausgezeichnet mundeten. Doch muß man ihnen, wie allen nordischen Vögeln, bevor sie gebraten werden, die Haut abziehen, denn sonst haben sie einen unangenehmen Thrangeschmack. Nimm es mir nicht übel, werter Leser, daß ich Dir aus der Küche erzähle; ich glaube, wenn Du mit mir die Tour durch den Ur gemacht hättest, Du würdest auch zuletzt mehr Interesse für die gebratenen, als für die lebenden Seepapageien an den Tag gelegt haben.<br />
Meine Fischer erwarteten mich schon lange. Sie hatten die Zeit meiner Abwesenheit gut benutzt; der Kahn lag voll von Fischen; darunter zwei große Heilbutten. Da wir günstigen Wind hatten, segelte das Schiff ohne Ruderschlag schnell Thorshavn zu. Wir unterhielten uns indessen untereinander auf das Gemütlichste. Die Richtung konnten wir nur durch den Kompaß finden, da es Nacht war.</p>
<figure id="attachment_1170" aria-describedby="caption-attachment-1170" style="width: 797px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1170" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-08-300x203.png" alt="" width="797" height="539" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-08-300x203.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-08-120x80.png 120w" sizes="auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px" /><figcaption id="caption-attachment-1170" class="wp-caption-text">Vogelberg</figcaption></figure>
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		<title>Meine Reise nach den Färöern (Teil 8)</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/meine-reise-nach-den-faeroeern-teil-8/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 12:28:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geyr 1900]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert von Geyr-Schweppenburg Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [FAB-0867] Erzählungen der Färinger (2/2) Es findet sich auf den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert von Geyr-Schweppenburg</p>
<p><em>Meine Reise nach den Färöern, Paderborn 1900 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0867</a>]</em></p>
<p><strong>Erzählungen der Färinger (2/2)</strong></p>
<p>Es findet sich auf den Färöern kaum ein Ort, an den sich nicht eine alte Sage knüpft. Manche sind von hohem poetischen Wert. Leider haben die meisten im Laufe der Zeit eine protestantische Färbung erhalten, die den katholischen Hörer unangenehm berührt. Die leidigen religiösen Vorurteile haben sich verunstaltend selbst in diese Überbleibsel der alten katholischen Vorzeit hineingedrängt. Eine derselben will ich nichtsdestoweniger hier mitteilen, weil sie im Übrigen in schöner Weise dem Glauben an die göttliche Gerechtigkeit Ausdruck verleiht. Es ist die Sage von Eriks bodi (Erichs-Riff). In der Nähe des Tindholms, westlich von Waagö, findet sich ein ganz stilles Wasser. Darin liegt eine blinde Klippe, genannt Erichs-Riff. Mit dem Namen aber hat es folgende Bewandnis. Im Kirchspiel Bö auf Waagö wohnten zwei Brüder, Simon und Erich, die von ihrem Vater sehr ausgedehnte Ländereien geerbt hatten. Ihre Schwester war mit einem Bauer in Midwaag verheiratet. Da die Brüder sich über die Verteilung des Erbes nicht einigen konnten, beschlossen sie, die Sache einem Schiedsrichter anheimzustellen. Eines Tages nun hatte Simon sich mit einigen anderen Leuten auf die See begeben, um zu fischen. Erich aber saß zu Haus und wetzte die Axt. Am Abend begab er sich hinaus an den Strand und wartete,<br />
bis die Fischer ans Land legten. Dann rief er Simon zu, er solle eiligst mitkommen, der Schiedsrichter wolle ihren Streit entscheiden. Simon meinte, er sei hungrig und durstig, auch möchte er zuvor seine Kleider wechseln. Aber Erich ließ ihm keine Zeit, und Simon gab seinem Drängen nach. Unterwegs kamen sie an einen Bach. Da legte Simon sich nieder, um zu trinken. Im selben Augenblicke aber schwang Erich seine blanke Axt und schlug dem ahnungslosen Bruder den Kopf ab. Dann begab er sich auf den Weg gen Midvaag. Seine Schwester sah ihn rennen und fragte, welchen Teil der Ländereien Simon erhalten habe. „Den, der dem Kirchhof zunächst liegt&#8220;, antwortete Erich und eilte weiter dem Strande zu. Die Schwester konnte aus seiner Antwort schließen, was vorgefallen war, und sie eilte hinein zu ihrem Manne und forderte ihn auf, den Tod ihres Bruders zu rächen. Der Mann ließ sich nicht zweimal bitten, ergriff ein Beil und eilte dem Flüchtling nach. Dieser war unterdessen bis Sandevaag gekommen, wo er ein Boot auf dem flachen Sande liegend fand. Mit vieler Mühe gelang es ihm, dasselbe ins Wasser zu schieben, und er stieß gerade vom Lande, da sein Verfolger seiner ansichtig wurde. Erbittert schleuderte dieser sein Beil hinter ihm her, traf aber nur das Ende des Bootes. Erich ruderte nun aus Leibeskräften auf Kirkebö zu, um sich vom dortigen Bischof absolvieren zu lassen. Nun kommt die alte protestantische Fabel von der Habsucht der Kirche, die sich in allzuvielen Geschichten in der einen oder andern Form wiederfindet, als daß man nicht die Absicht herausmerken sollte. Der Bischof versprach dem reuelosen Mörder, daß seine Unthat ihm verziehen sein sollte, falls er der Kirche reichliche Buße bezahlen und ihm, dem Bischof, alljährlich einen fetten Ochsen liefern wollte. All dieses ließ der Bischof auf einem Stabe schneiden (in der üblichen Runenschrift) und gab Erich denselben als Freibrief. Vergnügten Sinnes begab sich dieser auf den Heimweg. Er ruderte gen Westen an den steilen Felsenufern Waagös vorbei, und obwohl das eine verwegene Fahrt für einen einzelnen Mann war, von wegen des starken Stromes und der gefahrvollen Brandung, gelangte er doch dank seiner Kraft und Geschicklichkeit glücklich bis in das stille Wasser unter dem Tindholm. Hier meinte er nun, sei er außer jeglicher Gefahr, und er setzte sich sorglos in sein Boot, zog den Runenstab hervor und fing an zu lesen, was da eingeschnitten stand. Während er sich aber solchergestalt seinen frohen Gedanken hingab und es unterließ, Gott zu danken, der ihn auf dem Meere beschützt, und ihn um Verzeihung zu bitten wegen seines schändlichen Brudermordes, da erhob sich plötzlich eine Brandung, schleuderte sein Boot gegen das verborgene Riff und zog den unglücklichen Erich in die Tiefe. Einige Zeit darauf landete seine Leiche an der Mündung des Baches, an dem er seinen Bruder ermordet. Den Runenstab des Bischofs hielt er in derselben Hand, womit er den Mord vollführt, zum warnenden Exempel, daß, wenn man auch der menschlichen Gerechtigkeit ein Schnippchen schlägt, man der göttlichen Gerechtigkeit doch nicht zu entgehen vermag.</p>
<p>Unter solchen und ähnlichen Erzählungen verging die Zeit im Fluge, allmählich hatte der Regen nachgelassen und zuletzt gänzlich aufgehört, sodaß ich den Heimweg antreten konnte. Obschon ich gerne noch länger den einfältig guten Leutchen gelauscht hätte, atmete ich doch erleichtert auf, als ich aus der fürchterlich dumpfen Stubenluft hinaustrat in die wundersam erfrischte Atmosphäre. Ich sog dieselbe mit tiefen Zügen ein, um meine Lungen gründlich auszuluften. Im übrigen aber war ich froh, meine Reiseeindrücke mit einer sehr angenehmen, mir für immer unvergeßlichen Erinnerung bereichert zu sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_1167" aria-describedby="caption-attachment-1167" style="width: 804px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1167" src="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-07-300x219.png" alt="" width="804" height="587" srcset="https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-07-300x219.png 300w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-07-768x560.png 768w, https://schafsinseln.areion.org/wp-content/uploads/Geyer-1900-Abb-07.png 1021w" sizes="auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px" /><figcaption id="caption-attachment-1167" class="wp-caption-text">Meine Wohnung und meine Hauswirte</figcaption></figure>
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