Rafn nimmt Sigmund und Thorer zu sich.
In diesem Sommer kam ein Schiff aus Norwegen nach den Färöern: der Schiffer hiess Rafn, und war aus Vigen gebürtig, und seine Wohnung war in Tönsberg; er segelte stets nach Holmgard, und man nannte ihn deshalb den Holmgardsfahrer.
Dieses Schiff kam in Thorshafen an. Wie aber die Kaufleute im Begriff waren, wieder wegzusegeln, kommt, wie man erzählt, eines Morgens, Thrand aus Göte auf einer Schute, begehrt den Schiffer Rafn allein zu sprechen und sagte, er habe zwei Sclaven zu verkaufen. Rafn sagte, erst müsse er sie sehen, ehe er sie kaufen könne. Darauf führt Thrand zwei Knaben in weissen Kappen mit beschornen Köpfen herbei ; sie waren schön von Angesicht, vor Kummer war ihnen aber das Gesioht ganz geschwollen. Rafn sagte, wie er die Knaben sah; „Thrand, sind diese Knaben nicht die Söhne Bresters und Beiners, die ihr vor kurzem getödtet habt?“ „Ja, ich glaube gewiss, dass sie es sind,“ sagte Thrand. „Dann sollen sie auf die Art nicht in meine Gewalt kommen, dass ich Geld für sie gebe,“ sagte Rain. „Nun wir wollen uns darüber vergleichen,“ sagte Thrand — „siehe, hier sind zwei Mark Silber, die will ich dir dafür geben, dass du sie mit dir nimmst, so dass sie niemals wieder nach den Färöern kommen“ – darauf legt er das Silber dem Schiffer auf den Schoos, zählt es und übergiebt es ihm. Rafn gefällt das Silber, und es bleibt dabei, dass er die Knaben mitnimmt. Mit dem ersten günstigen Winde sticht er in See, und kommt in Norwegen an, wohin seine Fahrt ging; östlich bei Tönsberg, und bleibt den Winter über daselbst, und die Knaben waren bei ihm und wurden wohl gehalten.