Karl von Möre kommt zu König Olaf.
König Olaf erfuhr sogleich, dass Sigurd und seine Genossen fort seien; man schalt darauf, dass sie weggesegelt waren, und es gab Viele, die es für wahrscheinlich hielten» dass Sigurd und seine Leute wirklich schuldig seien an demm was sie früher für sie bestritten hatten. König Olaf sprach wenig von der Sache; hielt aber dafür, dass dasjenige wahr sei, was er früher vermuthet hatte; er fuhr auf seinen Reisen herum und nahm Ablager, wo es für ihn bereitet war. König Olaf rüstete sich im Frühling nach Nidaros zu gehen, und bot ein grosses Heer auf sowohl aus Trondhjem als weit umher aus dem Norden des Landes. Wie er fertig war zu seinem Zuge, fuhr er erstlich mit seinem Heer südlich nach Möre und zog seine Seetruppen zusammen und fuhr von da nach Romsdal: darauf fuhr er nach Südmöre und lag bei den Heröern und wartete auf sein Heer. Er hielt oft Hausthing, denn es kam ihm Vieles zu Ohren, worüber er sich besprechen zu müssen glaubte. Auf einer dieser Versammlungen, die er hielt, kam er auf den Verlust der Männer zu sprechen, den er auf den Färöern erlitten hatte: „aber der Schoss, den sie mir gelobt haben,“ sprach er, „kommt nie; jetzt bin ich Willens Männer dahin zu senden, um den Schoss zu holen.“ Er wandte sich an Verschiedene mit dem Antrage, dass sie sich zu dieser Fahrt rüsten sollten, aber von Allen erhielt er zur Antwort, dass sie die Reise ablehnten. Da stand ein Mann in der Versammlung auf, ein grosser und starker Mann; er trug einen rothen Mantel und hatte einen Helm auf dem Haupt und war mit einem Schwert umgürtet und hielt einen Hauspiess in der Hand. Er nahm das Wort: „ES ist wahr, wenn man sagt“ sprach er „dass hier ein grosser, Unterschied zwischen den Leuten ist; ihr habt einen guten König, aber er hat schlechte Diener; ihr sagt Nein zu der Sendung, auf die er euch schicken will, und ihr habt doch zuvor von ihm Freundesgaben und viele Ehrengeschenke entgegengenommen; ich aber bin bisher kein Freund des Königs gewesen, und er ist mein Feind gewesen, und wird sagen, dass er Grund dazu habe: jetzt biete ich mich euch an, König, diese Fahrt zu unternehmen, wenn keine Bessern dazu da sind.“ Der König erwiedert: Wer ist der tüchtige Mann hier, der auf unsere Rede Antwort giebt? Du bist vielen Andern zuvorgekommen, die hier zur Stelle sind; du erbietest dich zu der Fahrt, jene aber, von denen ich erwartete, dass sie sie gerne übernehmen würden, haben sich ihr entzogen; aber ich kenne dich nicht, und weiss nicht einmal deinen Namen.“ Er erwiedert: „Mein Name ist nicht verborgen, König! ich glaube auch, dass Ihr mich oft habt nennen hören; ich heisse Karl von Möre.“ Der König versetzt: „So ist es, Karl! Ich habe von dir sprechen hören, und ich muss dir sagen, es hat Zeiten gegeben, da du, wenn wir uns einander getroffen hätten, von unserer Zusammenkunft nicht hättest nachsagen sollen; nun aber will ich nicht schlecbter sein als du, und da du mir Beistand anbietest, will ich dir dagegen Geneigtheit schenken, und du, Karl, sollst heute zu mir kommen und an meiner Tafel speisen, dann wollen wir von dieser Sache sprechen.“ Karl erwiedert, dass dieses geschehen solle; und hiermit schloss die Versammlung.