FÆREYÍNGA SAGA 39

Fernere Geschichte der Inselbewohner nach Sigmunds Tode.

Von Thrand und seinen Genossen ist nun zu sagen, dass sie nach diesen Verrichtungen heimkehrten. Der Hof auf Skufö wurde aber gerettet, indem Leute zu Hülfe kamen, und nur wenig ging in Feuer auf; wenige hatten auch nur das Leben dabei eingebüsst. Thuride, die Hausfrau, welche seitdem den Beinamen Hauptwitwe (Meginekkja) erhielt, stand ihrem Hofe vor nach dem Tode Sigmunds, ihres Mannes. Ihre und Sigmunds Kinder wuchsen bei ihr auf, und gediehen sämmtlich. Thrand und Leif Ossurson unterwarfen sich nun die gesammten Färöer und beberrschten sie. Thrand liess Thuride Hauptwitwe und ihren Söhnen Vergleich anbieten; aber diese liessen sich darauf nicht ein; es suchten Sigmunds Söhne auch keinen Trost bei den Beherrschern Norwegens, weil sie noch jung von Jahren waren. So geschah denn, dass einige Winter hindurch alles still war auf den Färöern. Thrand kommt eines Tages zu Leif Össurson und sagt, er wolle ihm eine Frau su verschaffen suchen. „Wo willst du die suchen?“ spricht Leif. «Da ist Thora, Sigmunds Tochter,“ sagt Thrand. „Dabei däucht mir nicht viel Gutes,“ sagt Leif. „Du wirst das Mädchen nicht bekommen, wenn du nicht um sie wirbst,“ sagt Thrand. Sie machen sich nun auf nach Skufö mit einigen Begleitern, werden aber sehr kalt aufgenommen. Thrand und Leif bieten Thuriden und ihren Söhnen Vergleich an, in der Art, dass die besten Männer auf den Inseln Schiedsrichter zwischen ihnen sein sollten. Thuride und ihre Söhne gingen nicht rasch darauf ein. Da nahm Thrand das Wort für Leif und warb für ihn um Thora, Sigmunds Tochter; das schien ihnen das beste Mittel zum Frieden; Thrand erbot sich auch den Leif mit vielem Gelde reichlich zu bedenken. Der Vorschlag warde von allen gut aufgenommen; Thora selbst aber erwiedert: „Ihr möget glauben, als wollte ich gern einen Mann haben; ich meinerseits will euch aber folgende Bedingung machen: kann Leif einen Eid darauf ablegen, dass er nicht der Mörder meines Vaters ist, und keinen dazu vermocht hat meinen Vater zu erschlagen, so mache ich es ihm zur Pflicht, Auskunft darüber zu verschaffen, auf welche Weise mein Vater ums Leben gekommen ist, oder wer ihm den Tod gegeben hat; und wenn er dieses Alles geleistet hat, so wollen wir uns gegenseitig vergleichen, unter Zustimmung meiner Brüder, meiner Mutter, und Anderer von unsern Verwandten und Freunden.“ Das schien Allen wohl gesprochen und verständig ausgesonnen, und sie werden einig darüber, dass Thrand und Leif dieses versprachen, und nach so verrichteter Sache scheiden sie von einander.