Von Jarl Hakon und Sigmund.
Nun ist zu berichten von Sigmund, dass er zu Jarl Hakon sagte, er wolle diese Heerfahrten jetzt einstellen und sich nach den Färöern begeben, und er sagte, er wolle nicht länger hören, dass er seinen Vater nicht räche; das sei ein Vorwurf für ihn; und er bittet den Jarl ihm hierin beizustehen und ihm seinen Rath zu geben, wie er es anzufangen habe.
Hakon antwortet und sagt, das Meer um die Inseln sei schwer zu befahren und eine starke Brandung sei dort. „Mit Langschiffen ist nicht dahin zu fahren: ich will dir zwei Kaufmannsschiffe bauen lassen und dir so viele Mannen mitgeben, als nach unserm Bedünken zu guter Besatzung derselben gehören.“ Sigmund dankt ihm für seine Güte. Die Zurüstungen zu der Fahrt geschehen nun im Winter, und gegen den Frühling waren die Schiffe und die Besatzung segelfertig. Harald kam gegen den Frühling auch zu ihm und erbot sich mit ihm zu fahren: und wie er ganz fertig war, sagte Jarl Hakon: Solchen Leuten, von denen man wünscht dass sie wiederkommen, muss man das Geleit geben.“ Der Jarl ging mit Sigmund hinaus. Da sprach Hakon: „Sage mir, auf wen hast du dein Vertrauen gesetzt?“ Sigmund erwiedert: Auf meine Kraft und Stärke vertraue ich.“ Der Jarl erwiedert: „Das darf nicht sein,“ spricht er, „sondern auf dasjenige Wesen musst du dein Vertrauen setzen, dem ich stets vertrauet habe, und das ist Thorgerde Hördebrud: wir wollen uns jetzt aufmachen und zu ihr gehen, und für dich Heil daselbst suchen.“ Sigmund sagte, er stelle es ihm anheim. Und nun gehen sie in den Wald hinein auf einem Fusssteige, und ein kleiner Seitensteig führte abwärts in den Wald, und vor ihnen lag ein freier Platz, und ein Haus stand daselbst und eine Einfassung von Pfählen war unher; das Haus war sehr schön, und das Schnitzwerk war mit Gold und Silber verziert. Hakon und Sigmund gehen hinein in das Haus und einige wenige Männer mit ihnen; da waren viele Götzenbilder, viele Glasfenster waren an dem Hause, so dass es überall frei von Schatten war: eine Frau war in dem Hause quer vor dem Eingange und sie war prächtig geschmückt. Der Jarl warf sich ihr zu Füssen und lag lange; und darauf steht er auf und sagt zu Sigmund, sie wollten ihr ein Opfer darbringen und auf den Stuhl vor ihr Silber legen. „Das aber,“ spricht Hakon, „werden wir zum Zeichen haben, ob sie meine Bitten erhören will, wenn sie den Ring los lässt, den sie an ihrer Hand hat; und der Ring, Sigmund, wird dir Glück bringen.“ Und nun zieht der Jarl an dem Ringe, und es däucht Sigmunden, als ob sie die Hand zusammen drücke und dem Jarl den Ring verweigere. Der Jarl wirft sich zum zweitenmal vor ihr nieder, und Sigmund bemerkt, dass der Jarl weint; und hierauf steht er auf, und zieht an dem Ringe, und nun ist er los; und der Jarl giebt Sigmunden den Ring und sagt, Sigmund solle den Ring niemals weggeben; und das verspricht dieser. Nachdem solches geschehen war, scheiden sie, und Sigmund geht zu seinen Schiffen; und es wird erzählt, dass fünfzig Mann auf jeden Schiffe waren. Sie stachen in See, und hatten günstigen Wind; endlich bekamen sie die Vögel von den Inseln zu sehen, und sie segelten neben einander. Harald Jarnhaus war auf demselben Schiffe mit Sigmund, aber Thorer steuerte das andere Schiff. Nun erhob sich ein Sturm gegen sie und trennte die Schiffe, so dass sie einige Tage umhertrieben.