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	<title>Staat, Gesellschaft und Recht &#8211; Lesereise zu den Schafsinseln im Atlantik</title>
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	<description>Auszüge aus der fachlichen und schönen Literatur von den Färöer</description>
	<lastBuildDate>Fri, 15 May 2026 07:19:50 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Verhandlungen um die Fischereigewässer der Färöer</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-verhandlungen-um-die-fischereigewaesser-der-faeroeer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 07:18:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[NZZ, 265, 26.09.1958, Seite 1 [FAB-0005] Tel. unseres Korrespondenten Me. Stockholm, 25. September Die streng geheim geführten Verhandlungen, die eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>NZZ, 265, 26.09.1958, Seite 1 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0005</a>]</em></p>
<p>Tel. unseres Korrespondenten<br />
Me. Stockholm, 25. September</p>
<p>Die streng geheim geführten Verhandlungen, die eine dänische Delegation unter Leitung des Finanzministers Kampmann in Torshavn mit einem Sonderausschuß des für färöischen Lagtings führte, sind am Mittwochabend abgeschlossen worden. Wie in einem offiziellen Communique erklärt wird, hat sich keine der färöischen Parteien mit dem britischen Kompromißvorschlag für die Neuregelung in den färöischen Fischereigewässern einverstanden erklärt. Die Forderung auf eine Zwölfmeilengrenze für die Färber wird aufrecht erhalten. Die Mehrheit in der parlamentarischen Verhandlungskommission will sich jedoch, so wird erklärt, den Bestrebungen Dänemarks und Großbritanniens in der Frage der Revision des Fischereiabkommens von 1955, auf dem Verhandlungswege zu einem Uebereinkommen zu gelangen, nicht widersetzen.</p>
<p>In Anbetracht der nationalistischen Stimmung, die sich im färöischen Lagting schon bei der Diskussion über die Bestellung einer Verhandlungsdelegation zeigte, dürfte das Resultat der Besprechungen in Torshavn, das immerhin eine Fortsetzung der dänisch-britischen Gespräche zu ermöglichen scheint, in Kopenhagen wenigstens als ein halber Erfolg gewertet werden. Der Führer der Republikanischen Unahhängigkeitspartei, Patursson, der im Hinblick auf die kommenden färöischen Neuwahlen Kampmann in demagogischer Weise sogar als «einen Agenten der Briten» bezeichnete, vermochte sich zwar mit seinem Vorschlag einer sofortigen Proklamierung der Zwölfmeilengrenze durch die Färöer nicht durchzusetzen. Die Mehrheit vertrat jedoch die Meinung, daß eine auf zwölf Meilen erweiterte Grenze die Grundlage der Besprechungen zu bilden habe.</p>
<p>Welche Aussichten die Fühlungnahme mit den färöischen Selbstverwaltungsorganen für neue Verhandlungen in London eröffnet, läßt sich noch nicht beurteilen. Auf Wunsch Londons sind nämlich bis jetzt weder der britische Vorschlag noch die allfälligen färöischen Anregungen der Oeffentlichkeit bekanntgegeben worden. Man weiß aber, daß die Briten im wesentlichen eine Ausdehnung der geltenden Dreimeilengrenze auf sechs Meilen vorschlagen und dazu eine ebenfalls sechs Meilen breite Zone, in der der färöischen Fischerei ein gewisser Schutz gewährt würde. Nach der Ansicht der Färöer hätte aber die neue Grenze jedenfalls in einer geraden Linie von der äußersten Spitze der Küste zu verlaufen; nach dem britischen Vorschlag würde sie den Küstenlinien folgen. Außerdem war im färöischen Lagting in den letzten Tagen von gewissen Kompensationen für die Färöer in den grönländischen Fischgründen die Rede.</p>
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		<title>Antidänische Rebellion auf den Färöerinseln</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/antidaenische-rebellion-auf-den-faeroeerinseln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 13:56:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Tat 26.04.1955, Seite 2 [FAB-0062] Thorshavn, 25. April. (United Press) Der Entschluß der dänischen Polizeibehörden, ein Schiff mit 130]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Tat 26.04.1955, Seite 2 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0062</a>]</em></p>
<p><em><strong>Thorshavn, 25. April. (United Press)</strong></em><br />
Der Entschluß der dänischen Polizeibehörden, ein Schiff mit 130 Polizeibeamten auf die Färöerinseln zu schicken, um den dänischen Regierungsbeschluß betreffend Absetzung eines Spitalarztes im Spital von Klaksvik gegen die Wünsche der Bürger von Klaksvik zu erzwingen, hat zu den schärfsten Verwicklungen geführt.</p>
<p>Kurz nachdem das Schiff Im Hafen von Klaksvik angekommen war, verlautbarten die Hafenbehörden, patriotische Taucher hätten eine Dynamitladung unter dem Schiff angelegt und würden die Minen zur Entzündung bringen, sollten die Polizisten Anstalten treffen, das Schiff zu verlassen.</p>
<p>Während später die Hafenbehörden über den Rundfunk des Küstengebietes an alle Schiffe die Warnung richteten, den Hafen ohne vorherige Benachrichtigung der Hafenbehörden nicht anzulaufen, wurden eilige Besprechungen zwischen den Gewerkschaften von Klaksvik und Thornshavn abgehalten, um als Protest gegen die Polizeiaktion auf dem Archipel den Generalstreik auszurufen. Wie von gut unterrichteter Seite bekannt wurde, hat der Führer der extremen republikanischen Unabhängigkeitspartei, Erlendur Patursson, Samstagabend In Klaksvik den Widerstand gegen die Regierungsaktion organisiert.</p>
<p>Patursson, der während der nationalsozialistischen Besetzung in Dänemark lebte, war ein Mitglied der dänischen Widerstandsbewegung und ist mit Partisanentechniken vertraut. Fischer aus Klaksvik, die während der letzten Tage in Thorshavn waren, hatten überdies erklärt, ihre Kameraden verfügten über eine größere Anzahl von Feuerwaffen aus dem Krieg. Sie erklärten unverblümt, es ginge jetzt aufs Ganze und ihre Kollegen werden nicht zögern, zu schießen. Klaksvik werde nicht kapitulieren.</p>
<p><strong>Polizeischiff sucht das Weite</strong></p>
<p>Wie ein Sprecher der dänischen Regierung am Sonntagabend bekanntgab, hat das dänische Schiff «Parkeston», das am Sonntagvormittag in Klaksvik mit 130 Polizisten an Bord eintraf, am Sonntagabend den Hafen wieder verlassen.</p>
<p>Wie bekannt wurde, hat Ministerpräsident H. C. Hansen am Sonntagabend die Mitglieder seiner Regierung zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um die Krise auf den Färöerinseln zu besprechen. An der Sitzung nahmen auch Vertreter der Justiz- und Gesundheitsämter teil, die für die Entlassung des Spitalarztes verantwortlich waren. Hansen hatte seinen Aufenthalt in Paris, wo er mit König Frederick die Eröffnung des «Dänemark-Hauses vornahm, abgebrochen und war in aller Eile nach Kopenhagen zurückgekehrt.</p>
<p><strong>Unerwartete Situation</strong></p>
<p><em>Kopenhagen, 25. April. (AFP)</em><br />
Angesichts der Entschlossenheit der Einwohner von Klaksvig (sic!), jeden Landeversuch der 120 (sic!) aus Kopenhagen herbeigeeilten Polizisten nötigenfalls gewaltsam zurückzuschlagen, unternehmen die Behörden der Insel Thorshavn (sic!), auf der Klaksvig liegt, und der dänischen Hauptstadt alles, um eine friedliche Lösung des Konflikts herbeizuführen.</p>
<p>Mittlerweile setzen die etwa 3000 Einwohner von Klaksvig die Schanzarbeiten fort.<br />
Die von Kopenhagen entsandten Polizisten haben die «Parkeston» nicht verlassen. Das Schiff bleibt vor dem Archipel der Faeröer verankert.<br />
Vor Dienstag oder Mittwoch sind indessen keine ernstere Verwicklungen zu erwarten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Umbildung der skandinavischen Welt. Die Färöer</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-umbildung-der-skandinavischen-welt-die-faeroeer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2025 05:28:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Karl Tiander Zeitschrift für Politik, 1926, Vol. 15 (1926), pp. 280-282 [FAB-2921] A priori ist es unmöglich, irgendwelche normative Begrenzungen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Karl Tiander</p>
<p><em>Zeitschrift für Politik, 1926, Vol. 15 (1926), pp. 280-282 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-2921</a>]</em></p>
<p>A priori ist es unmöglich, irgendwelche normative Begrenzungen für den Umfang eines Staatswesens anzugeben: dasselbe kann wie Rußland den sechsten Teil der Erdoberfläche und 150 Millionen Menschen umfassen, aber auch winzig klein im Verhältnis zu diesem Koloß erscheinen. Das Wort Salisburys, daß die großen Staaten immer größer und die Anzahl der Kleinstaaten immer kleiner würden, ist durch den Weltkrieg in das Gegenteil verkehrt worden: Weltreiche sind zersplittert oder beschnitten worden, während eine Reihe kleiner Staaten emporgeschossen sind. Aber im Vergleich zu Island, das nur 100000 Bewohner zählt, sind diese staatlichen Neubildungen immerhin noch ansehnlich. Doch Island ist noch nicht die Minimalgrenze für das Selbstbestimmungsrecht der Völker: auch die Färöer, die eine Bevölkerung von nur 21 400 Personen haben, sind von stolzem Drange nach staatlicher Selbständigkeit durchdrungen.</p>
<p>Die Färöer, die ein Archipelag von 18 Felseninseln darstellen, und 675 km von Norwegen, 375 km von Island entfernt liegen, wurden ebenfalls im neunten Jahrhundert von Norwegen aus besiedelt. Die heutige Färöische Sprache verrät noch ihre Verwandtschaft mit den westnorwegischen Dialekten. Das historische Schicksal der Färöer ist dasselbe wie Islands: Abhängigkeit von Norwegen und Übergang zu Dänemark, als 1381 Norwegen mit Dänemark vereinigt wurde.</p>
<p>Die wichtigsten Erwerbsquellen der Färinger sind die Fischerei (der Walfischfang einbegriffen) und die Schafzucht. Färöer d. h. Schafinseln. Die Schafherden zählen rund 100 000 Köpfe, während kaum 4000 Kühe auf den Färöern vorhanden sind. Die Landwirtschaft beschränkt sich auf einen spärlichen Anbau von Gerste und Hafer, Rüben und Kartoffeln. Der Stolz der Färinger ist aber ihre Fischereiflotte. Die wichtigste Ausfuhrware der Färöer ist der Klippfisch, von dem rund 100 000 Zentner jährlich, meist nach Spanien und Italien, exportiert werden. Der Riesendorsch des Atlantischen Ozeans bildet nämlich die beliebte Fastenspeise der Katholiken. Seit der Einführung des Freihandels 1856 hat der Außenhandel der Färöer einen gewaltigen Aufschwung genommen. Große Handelsfirmen mit eigenen Frachtdampfern und Filialen auf allen Inseln entwickeln ihre Tätigkeit. Viele Handelsplätze entstanden, während zur Zeit des Handelsmonopols der dänischen Krone nur eine einzige Stadt auf den Färöern existierte, nämlich Thorshavn.</p>
<p>Die Färinger entwickeln eine große Energie, um wirtschaftlich in die Höhe zu kommen und ihr Felsenarchipelag dem Weltverkehr zugänglich zu machen. Überall, wo die natürlichen Vorbedingungen vorhanden sind, arbeitet man jetzt auf den Färöern an modernen Hafenanlagen. Hauptsächlich natürlich in Thorshavn, der Hauptstadt mit 2000 Einwohnern, wo ein 200 m langer Wellenbrecher mit einem Riesenkopf aus Eisenbeton (12 X 10,5 m) angelegt wird. Doch kein Flecken auf den Färöern ist jetzt so klein, daß er nicht glaubt Hafenanlagen bauen zu müssen. Da ist z. B. Tveraa und Vaag auf der südlichsten Insel<br />
Suderö, Skopen auf Sandö (nördlich von Suderö) und Midvaag auf der westlichen Insel Vaagö, die sich Hafenbauten zu je 500 000 Kronen leisten, während Thorshavn 2,5 Mill. Kr. für seinen Hafen ausgibt. Endlich wollen auch ein halb Dutzend ganz kleiner Flecken sich anspruchslose Fischerboothäfen ausbauen. Diese Hafenbauten in allen Siedlungszentren der Färöer sind das beste Zeugnis für die wirtschaftliche Zukunftsfreudigkeit der Färinger.</p>
<p>Und nun das geistige Leben! Auch hier dieselben Erscheinungen wie auf Island: Anknüpfung an die heroische Tradition aus der Sagazeit und ein unbezwingliches Bedürfnis, seine geistige Bildung auf der Basis der engbegrenzten Heimatkultur aufzubauen. Untereinander sprechen die Färinger nur färöisch, und die Kinder lernen auf der Unterstufe nur Färöisch, während das Dänische erst auf der Oberstufe als eine Fremdsprache hinzutritt. Diese Ordnung besteht aber erst seit 1020 und ist das Resultat eines hartnäckigen Kampfes der Färinger: 1912 wurde der mündliche Gebrauch des Färöischen in den Schulen gestattet, erst 1920 erzwang man sich den schriftlichen Unterricht im Färöischen. Noch mangelt es aber an färöischen Lehrbüchern: es gibt auf Färöisch eine Biblische Geschichte, einen Katechismus und ein Rechenbuch, aber keine Geographie, keine Weltgeschichte, keine Naturlehre usw.</p>
<p>Dieselbe notgedrungene Zweisprachigkeit herrscht auch in der Kirche. Der Pastor predigt auf Färöisch, falls die Gemeinde es verlangt, tauft, traut und beerdigt auf Färöisch, aber das Ritual und der Kirchengesang bedient sich der dänischen Sprache, weil die nötigen Übersetzungen fehlen. Übrigens sind schon 200 Kirchenlieder ins Färöische übersetzt und werden zur Zeit gedruckt.</p>
<p>Seit 1854 haben die Färinger ihren eigenen Landtag (Lagting), der aus 20 auf vier Jahre gewählten Abgeordneten, dem Probste und dem Amtmann, der als Vorsitzender funktioniert, besteht. Am St. Olafstag (29. Juli) versammelt sich jährlich das Lagting auf 4—6 Wochen und behandelt die Gesetzesvorlagen, führt Beschwerden über die Tätigkeit der Beamten und kontrolliert die Finanzen. Das Lagting wählt einen Vertreter in das Landsting (die erste Kammer) in Kopenhagen, während der färöische Vertreter in dem Folketing (der zweiten Kammer) vom Volke direkt gewählt wird.</p>
<p>Das parlamentarische Leben auf den Färöern hat trotz seiner engen Grenzen drei Parteien gezeitigt, die aber nicht durch ihre Interessengegensätze, sondern durch die verschiedene außenpolitische Orientierung gekennzeichnet werden: die dänisch-freundliche Partei sieht das Heil der Färöer im engen Anschluß an Dänemark; die färöisch-nationale Partei bemüht sich um die Schaffung eines selbständigen geistigen und wirtschaftlichen Kulturlebens; die dritte Partei verlangt eine staatliche Unabhängigkeit der Färöer.</p>
<p>Die dänische Partei besteht natürlich hauptsächlich aus den Regierungsbeamten, Kaufleuten und den Färingern, die mit dänischen Frauen verheiratet sind. Ihr Organ ist „Dimmalaetting&#8220; (Nebelzerstreuer). Aber die einflußreichste Partei auf den Färöern ist die nationale Partei, an deren Spitze die Häuptlingsgestalt von Joannes Patursson steht. Dieser Gutsherr von Kirkebö, der noch in einem Blockhause aus dem 13. Jahrhundert wohnt, der seine Zeit zwischen geistiger Arbeit und der Sorge um seine Äcker, Herden und Eiderenten teilt, erinnert lebhaft an die Großbauern der Sagazeit. Zusammen mit seinem Bruder Sverre gibt er das Oppositionsblatt „Tingakrossur“ heraus. Außer diesen führenden Zeitungen erscheinen aber auf den Färöern noch andere, kleinere Blätter, z. B. in Tveraa „Färoyatidindi“ u. a.</p>
<p>Sverre Patursson hat in den letzten Jahren eine besondere Haltung angenommen und sich zum Vorkämpfer der staatlichen Selbständigkeit der Färöer aufgespielt. Dabei ist er auffallend norwegisch orientiert. Er hat längere Zeit in Norwegen gelebt und Vorlesungen über die Lage der Färöer gehalten. Im Frühjahr 1925 trat er offen für die Berufung des norwegischen Kronprinzen zum König der Färöer ein. Diese Wendung hat manche überrascht, die sich eher die Färöer als eine selbständige Republik gedacht haben. In Dänemark betrachtet man diese Bestrebungen der Färinger ironisch-herablassend; niemand kann aber leugnen, daß es mit dem Aufbau einer nationalen Kultur, die geistig und wirtschaftlich sich selbständig entwickeln will und kann, bitter ernst gemeint ist. Die färöische Flagge — ein rotes Kreuz mit blauen Kanten auf weißem Grunde — hat schon die dänische Reichsflagge, den „Danebrogen“, auf den Inseln verdrängt. Die insulare Abgeschlossenheit, die weite Entfernung vom Festland, das Fehlen einer Minimalgrenze für das Selbstbestimmungsrecht der Völker sind die äußeren Faktoren, die die Bestrebungen der Färöer begünstigen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Wahlen auf den Färöer-Inseln 1936</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-wahlen-auf-den-faeroeer-inseln-1936/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2025 07:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Bund 1936 (87), 15.10.1936 Ausgabe 1, Seite 2 [FAB-3204] Bei den Landstingwahlen auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln stimmten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Bund 1936 (87), 15.10.1936 Ausgabe 1, Seite 2 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-3204</a>]</em></p>
<p>Bei den Landstingwahlen auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln stimmten die Sozialdemokraten nicht mehr, wie früher, für den Vertreter der Selbständigkeitspartei, die die Unabhängigkeit vom dänischen Staat anstrebt, sondern für den Vertreter der Gemeinschaftspartei, die die Aufrechterhaltung der Verbindung mit Dänemark in der bisherigen Form wünscht. Der Kandidat dieser Partei wurde daher gewählt. Er schließt sich in der Ersten Kammer der sozialdemokratischen Gruppe an. Die an sich vorhandene Mehrheit der Regierungsparteien im Landsting wird dadurch noch um ein Mandat vermehrt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Um die Unabhängigkeit von Färöer</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/um-die-unabhaengigkeit-von-faeroeer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 12:58:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Bund 05.08.1930 (359), Seite 1 [FAB-2984] Ernste antidänische Demonstrationen — Die färöischen Selbständigkeitsleute verlangen eine färöische Landesflagge as. Kopenhagens,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Bund 05.08.1930 (359), Seite 1 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-2984</a>]</em></p>
<p>Ernste antidänische Demonstrationen — Die färöischen Selbständigkeitsleute verlangen eine färöische Landesflagge</p>
<p>as. Kopenhagens, 1. August.</p>
<p>Es gibt seit einigen Jahren aus den Färöer-Inseln, auf der unter dänischer Staatshoheit stehenden, insgesamt 1325 Quadratkilometer umfassenden Inselgruppe im Nordatlantischen Ozean, eine sogenannte Selbständigkeitsbewegung, auch „Losreißungsbewegung&#8220; genannt. Das Ziel dieser Bewegung ist die Erlangung voller Souveränität der Inseln. Falls Dänemark den Färöerinseln eine solche einräumen würde, könnte — nach der Ansicht der Selbständigkeitsleute — wohl eine Staatenverbindung der Färöerinseln mit Dänemark (etwa nach dem Muster der jetzigen dänisch-isländischen Union) in Frage kommen; hierüber wäre jedenfalls zu verhandeln. Wenn Dänemark dem Selbständigkeitsverlangen der Färöerinselbewohner aber nicht stattgäbe, fordern die Selbständigkeitsleute die „Losreißung&#8220; der Inseln von Dänemark.</p>
<p>Die Färöerinseln bilden zurzeit einen dänischen Regierungsbezirk, der von einem dänischen „Amtmann&#8220; (Regierungspräsidenten) verwaltet wird. Die Inseln genießen jedoch in gewissen Verwaltungsangelegenheiten eine beschränkte Autonomie, die durch das sogenannte Lagthing, welches alljährlich in der Hauptstadt Thorshavn tagt, ausgeübt wird. Die Inseln sind in beiden Kammern des dänischen Reichstag durch je einen Abgeordneten repräsentiert. Die Färöerbewohner reden ihre eigene, von der dänischen durchaus verschiedene Sprache (eine Mischung von Westnorwegisch und Isländisch).</p>
<p>Die Selbständigkeitsleute beschweren sich u. a. darüber, daß die färöische Sprache im Schulunterricht, in der Verwaltung und im Gerichtsverfahren nicht in ausreichender Weise benützt oder respektiert werde; sie heben nachdrücklich hervor, daß die Inselbewohner einen eigenen Volksstamm ausmachen, und daß zwischen den Färöerbewohnern und den Dänen so weitreichende kulturelle und sonstige Unterschiede bestehen, daß das Verlangen nach der Einführung voller Souveränität zugunsten der Inseln ganz und gar gerechtfertigt erscheinen müsse. Zwar sind die Selbständigkeitsleute immer noch in der Minderheit. Ihre Agitationswirksamkeit ist jedoch in der letzten Zeit überaus lebhaft und energisch gewesen.</p>
<p>Die färöische Selbständigkeitspropaganda konzentriert sich in diesen Tagen um die Flaggenangelegenheit. Die Selbständigkeitsleute haben eine eigene Färöer-Flagge komponiert (ein blaues und rotes Kreuz auf einem weißen Feld) und verlangen, daß diese Flagge von Dänemark respektiert und auf den Inseln anstatt der offiziellen dänischen Flagge (der Dannebrogsflagge) benützt werde. Schon bei den isländischen Tausendjahrfestlicheiten störten einige dort anwesende färöische Selbständigkeitsdemonstranten verschiedentlich die Harmonie der Feier durch das Hissen der Färöer-Flagge auf dem Festplatz.</p>
<p>Dieser Tage wurden die Flaggendemonstrationen, welche unleugbar einen ziemlich ausgeprägten antidänischen Charakter haben, in der färöischen Hauptstadt Thorshavn fortgesetzt. Insbesondere artete die Eröffnung des färöischen Lagthings zu einem „Flaggenskandal&#8220; aus. Die Eröffnung des Lagthings sollte diesmal in besonders feierlichen Formen vor sich gehen, weil damit eine Gedenkfeier zur Erinnerung an die Einführung des Christentums auf den Färöerinseln durch den norwegischen König „Olaf den Heiligen&#8220; (vor 900 Jahren) verbunden war. Kaum hatten die Mitglieder der Festprozession, darunter der dänische „Amtmann&#8220;, ihre Plätze im Lagthing eingenommen, als der jugendliche Sohn des Führers der Selbständigkeitsleute, Paturson, mit lauter Stimme den Lagthingspäsidenten aufforderte, die Dannebrogsflagge, womit offiziell geflaggt wurde, von der Flaggenstange auf dem Dache des Lagthinggebäudes herunterzunehmen und statt derer die färöische Freiheitsflagge hissen zu lassen. Als der Lagthingspräsident dem jugendlichen Flaggendemonstranten das Weiterreden verboten hatte, wurde von diesem und seinen Gehilfen eine färöische Flagge am größten Fenster des Lagthingsgebäudes herausgehängt, — und, was noch schlimmer war, die Leine der Dannebrogsflagge wurde durchgeschnitten, so daß die dänische Flagge bald darauf heruntersank. Es entstand natürlich die größte Verwirrung unter den Anwesenden, und die feierliche Sitzung mußte unterbrochen werden.</p>
<p>Die Mehrheit der Lagthingsversammlung sprach sich in sehr bestimmter Weise gegen die Demonstration aus; auch einige der Selbständigkeitslsute erklärten, daß sie das Auftreten der jugendlichen Demonstranten gerade bei dieser Gelegenheit taktlos und unpassend fänden. Was aus der ganzen Angelegenheit herauskommen wird, läßt sich jedoch noch nicht sagen. Der dänische Ministerpräsident, Herr Stauning, erklärte heute, daß die dänische Regierung nichts unternehmen werde, bevor vom Amtmann zu Thorshavn der sofort verlangte offizielle Bericht über den bedauerlichen Vorfall eingegangen sei. Es müsse jedoch aufs tiefste bedauert werden, daß während einer offiziellen Sitzugn des färöischen Lagthings gegen die dänische Reichsflagge, die natürlich auch die gesetzmäßige Flagge der Färöerinseln sei, demonstriert worden sei; der Vorfall sei um so bedauerlicher, als er auf die unverantwortliche Agitationstätigkeit des Herrn Patursson, der noch dazu Mitglied des dänischen Reichstags sei, zurückzuführen, und es der Sohn dieses Mannes sei, der die Flaggendemonstration im Lagthingssaal zur Ausführung gebracht habe.</p>
<p>Der dänische Ministerpräsident betont, daß von einer verantwortlichen färöischen Vertretung (etwa vom Lagthing) ein Verlangen an Dänemark nach Einführung einer besonderen färöischen Flagge überhaupt niemals gestellt worden sei. Ministerpräsident Stauning erklärt, daß man, wenn die Flaggenangelgenheit auch geeignet sei, die Gemüter auf beiden Seiten zu erregen, die ganze Sache auch nicht zu feierlich nehmen dürfe. Es handle sich wohl im vorliegenden Fall zum großen Teil um eine gewissenlose Ausschreitung allzu temperamentvoller jugendlicher Leute.</p>
<p>Wie weite Kreise die färöische Flaggenangelegenheit ziehen wird, kann zur Stunde immerhin niemand sagen. Die jetzige dänische Regierung — das demokratisch-sozialdemokratische Koalitionskabinett Stauning-Munch — ist, was als ein Glück betrachtet werden muß, gerade in nationalen Angelegenheiten sehr liberal. Am liebsten möchte die dänische Regierung die Flaggenangelegenheit sicher „schiedlich-friedlich&#8220; geordnet wissen. Das dänische Kabinett ist eben im Bgriff, ein dänisches „Flaggengesetz&#8220; auszuarbeiten, welches im kommenden Herbst oder Winter dem Reichstag vorgelegt werden dürfte. Nach dem in Frage stehenden Eesetzvorschlag soll natürlich die Dannebrogsflagge die „Reichsflagge&#8220; sein, womit offiziell auch auf den Färöerinseln zu flaggen sein wird &#8211; das neue Flaggengesetz soll jedoch eine besondere Bestimmung enthalten, wonach in besonderen Landesteilen neben der offiziellen Dannebrogflagge auch mit einer besondern Provinzflagge soll geflaggt werden können. Hiernach würden die Färöerinselbewohner künftig, außer der dänischen, auch die färöische Flagge hissen können. Natürlich wird aber, auch falls das neue Flaggengesetz angenommen wird, auf dem Hauptflaggenmast der staatlichen Gebäude der Färöerinseln mit der dänischen Flagge geflaggt werden müssen. Es fragt sich sehr, ob die färöischen Selbständigkeitsleute mit einer solchen Ordnung zufrieden sein werden, oder ob sie nicht vielmehr für die Inselbewohner das Recht in Anspruch nehmen, anstatt der Dannebrogsflagge ausschließlich die neue Färöer-Flagge (auch bei dem Flaggen von öffentlichen Gebäuden!) zu benützen. — Man darf vor allem auf die offizielle Stellungnahme des färöischen Lagthings zur ganzen Flaggenangelegenheit gespannt sein.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Verhältnis der Färinger zu Dänemark</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/das-verhaeltnis-der-faeringer-zu-daenemark/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Aug 2025 07:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[M. J. Sand Globus 1898 (74), Seite 35-36 [FAB-2560] Das Nationalgefühl scheint jetzt auch auf den Fär-Öer erwacht zu sein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>M. J. Sand</p>
<p><em>Globus 1898 (74), Seite 35-36 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-2560</a>]</em></p>
<p>Das Nationalgefühl scheint jetzt auch auf den Fär-Öer erwacht zu sein. In der „Geografisk Tidskrift“ bespricht Kapitän M. J. Sand die Vermessung der Fär-Öer, und um die Verhältnisse, unter denen die Arbeiten ausgeführt sind, zu beleuchten, giebt er eine kurze Charakteristik der Bewohner dieser Inselgruppe, der Färinger.</p>
<p>»Es ist schon soviel Gutes über die Färinger gesagt und geschrieben, dass wir kein weiteres Lob hinzuzufügen brauchen. Wenn auch die meisten Berichte etwas gefärbt erscheinen, so muss doch eingeräumt werden, dass die Bevölkerung durchgehend schön und sympathisch ist und wahrscheinlich sowohl in physischer als namentlich in moralischer Beziehung die Gesellschaftsklassen hier zu Hause um ein Beträchtliches überragt, mit denen sie zunächst zu vergleichen sein wird. Niemandem aber, der zum erstenmal die Fär-Öer betritt, dürfte es entgehen, in wie geringem Masse sich die Bevölkerung als zugehörig zur dänischen Nation betrachtet. Zwar findet man überall Loyalität gegen das Königshaus, und die Bilder von den Mitgliedern desselben zieren allgemein die Stuben, aber die &#8222;Dänen&#8220;&#8220;, wie wir dort immer benannt werden, werden nicht als Landsleute im eigentlichen Sinne betrachtet. Dieses Verhältnis beruht naturgemäss teilweise auf der Entlegenheit der Inseln und der daraus folgenden spärlichen Verbindung mit den übrigen Landesteilen, wie auch auf den besonderen Lebensbedingungen und der norwegischen Abstammung des Volkes; wenn man aber in Betracht zieht, dass die Fär-Öer seit vielen Jahrhunderten mit Dänemark verbunden gewesen sind und seit über 80 Jahren einen Teil des eigentlichen Dänemarks gebildet haben, so muss man doch Über dieses Verhältnis staunen. Es würde jedoch Unrecht sein, den Färingern darüber Vorwürfe zu machen; vielmehr ist die Schuld bei uns selbst zu suchen, die wir nicht in irgend einem nennenswerten Grade vermocht haben, diesen kleinen Teil des ganzen Volkes zur Teilnahme an dem Geistesleben der Nation zu bringen und denselben der grossen Erinnerungen der Nation teilhaftig zu machen.</p>
<p>Weniger unschuldig erscheint jedoch eine Bewegung, die in neuerer Zeit — vielleicht von anderwärts übertragen — in specifisch färöisch-nationaler Richtung durch einen Verein „Färingafelag&#8220; hervorgerufen ist. Angeblich ist dessen Zweck: die Muttersprache — natürlich die färöische — und die guten alten Sitten zu hegen und zu pflegen, sowie im ganzen auf das Aufblühen der Inseln hinzuarbeiten, was als recht verdienstvoll anzusehen ist: bei näherem Zusehen entdeckt man aber bald, dass der Grundton seiner ganzen Wirksamkeit Unwille und Hass gegen Dänemark und alles dänische ist. In dem Vereinsblatte, das in färöischer Sprache erscheint, finden sich regelmässig, wenn auch ziemlich naive, äusserst wohlgemeinte und eben soviel gehässige Ausfälle gegen alles, was dänisch ist, und sowohl hier als auf den Volksversammlungen, die der Verein veranstaltet, wird eine geradezu ungeziemende Sprache geführt. Dass sich auf den Fär-Öer, wie überall, unzufriedene Menschen finden, kann kein weiß, dass der Hauptführer der ganzen Bewegung neuerdings eine verhältnismässig bedeutende staatliche Unterstützung erhalten hat, wahrscheinlich jedoch nicht für die hier eben berührte Wirksamkeit. Diese feindselige Stimmung hat jedoch noch keine Wurzel in dem besseren und mehr besonnenen Teile der Bevölkerung gefasst, und es steht zu hoffen, daß es niemals der Fall »ein wird.</p>
<p>Es würde betrübend sein, wenn diese brave und liebenswürdige Bevölkerung, die oft genug mit ihren harten Lebensbedingungen zu kämpfen hat, zur unzeitigen Herausforderung verleitet, die bedeutende Unterstützung und die warme Sympathie des übrigen Dänemarks, die sie zur Zeit geniesst und die sie wahrlich verdient, verlieren sollte.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Wahlen auf den Färöern</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-wahlen-auf-den-faeroeern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2025 08:43:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Siegfried Remertz Mitteilungen der Islandfreunde 1924 (XII/1/2), Seite 23 [FAB-2417] Am 22. Januar haben die Wahlen zum färöschen Lagthing stattgefunden,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Siegfried Remertz</p>
<p><em>Mitteilungen der Islandfreunde 1924 (XII/1/2), Seite 23 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-2417</a>]</em></p>
<p>Am 22. Januar haben die Wahlen zum färöschen Lagthing stattgefunden, die der Sambandsparti einen erheblichen Erfolg gebracht haben. Diese Partei, die keine Änderung der staatsrechtlichen Stellung der Inselgruppe zu Dänemark wünscht, erhielt 3671 Stimmen, während es die Selvstyreparti (Selbstverwaltungspartei) auf nur 2390 Stimmen brachte. Außerdem erhielt eine parteilose Liste 139 Stimmen. Die Sambandsparti erhielt 13, die Selvstyreparti 10 Mandate. Gegenüber den beiden letzten Wahlen von 1918 und 1920 zeigt sich eine wesentliche Zunahme der Stimmenzahl der Sambandsparti, die nunmehr nur noch auf Sandö in der Minderheit ist.</p>
<p>Infolge eines nicht ganz gerechten Wahlgesetzes erhielt die Selvstyreparti bei den Wahlen von 1918 und 1920 die Mehrheit der Mandate, obgleich sie an Stimmenzahl hinter der Sambandsparti schon damals zurückstand. — Bis jetzt waren der Amtmann Und der Propst kraft ihrer Ämter Mitglieder des Lagthing gewesen, welche Bestimmung jetzt abgeschafft ist.</p>
<p>Unter den gewählten Angehörigen der Sambandsparti befinden sich Landsthingsabgeordneter Effersön und Folkethingsabgeordneter Samuelson, unter den gewählten Angehörigen der Selvstyreparti der „Königsbauer&#8220; J. Patursson.</p>
<p>Die Wahlen zeigen, daß die Mehrzahl der Färinger sowohl einer Loslösung von Dänemark auch der von Norwegen ausgehenden sogenannten norrönen Bewegung ablehnend gegenübersteht.</p>
<p>Halle a. S. R. Remertz</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sonderbestrebungen auf den Färöern</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/sonderbestrebungen-auf-den-faeroeern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2025 08:35:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Siegfried Remertz Mitteilungen der Islandfreunde 1924 (XI/3/4), Seite 51-53 [FAB-2416] In den letzten Monaten ist auf den Färöern eine alte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Siegfried Remertz</p>
<p><em>Mitteilungen der Islandfreunde 1924 (XI/3/4), Seite 51-53 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-2416</a>]</em></p>
<p>In den letzten Monaten ist auf den Färöern eine alte Bewegung zu neuem Leben erwacht, die auf die Erlangung möglichst weitgehender politischer Selbständigkeit gerichtet ist. Diese unerwartete Bewegung ist nicht allein durch das Schlagwort vom Selbstbestimmungsrecht der Völker hervorgerufen, sondern sie paßt sich auch in den Komplex der jetzt anscheinend gelösten isländischen Frage sowie der Grönlandfrage ein, welch letztere zu einer scharfen Pressefehde zwischen Dänemark und Norwegen geführt und eine Lösung noch nicht gefunden hat. Die Gefahr, die dieser Zeitungskrieg für die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen beiden Ländern mit sich bringt, hat denn auch im vergangenen Spätsommer die beiderseitigen Regierungen veranlaßt, von dem Gegenstand der Fehde offiziell Kenntnis zu nehmen und in mündlichen Verhandlungen festzustellen, inwieweit der norwegische Einspruch gegen die dänische Herrschaft über ganz Grönland berechtigt ist. Eine dänische Delegation ist zu diesem Zweck in Christiania angekommen und die Verhandlungen haben begonnen. Ein Erfolg ist bis zu dem Zeitpunkt, in dem diese Zeilen geschrieben werden, noch nicht erzielt worden. Es ist nun auffallend, daß gerade zu der Zeit, zu der man sich auf beiden Seiten zu Verhandlungen entschloß, die norwegische Presse unter Führung der nationalistischen „Tidens Tegn&#8220;, die sich während des Krieges eines besonders unfreundlichen Tones Deutschland gegenüber befleißigt hat, sich der norwegischen Abstammung der Färinger erinnerte und dem dänischen Regime Unterdrückung dieses Volksstammes vorzuwerfen begann.</p>
<p>Die Presse fordert also nicht weniger als Loslösung der Färöer von Dänemark und ihre Vereinigung mit dem norwegischen Mutterland.</p>
<p>Im frühen Mittelalter sind die Färöer, ebenso wie Island, die Shetland-Inseln und die Küste von Grönland von norwegischen Wikingern besiedelt worden. Ein selbständiges Staatswesen wie auf Island ist aber auf den Färöern nicht entstanden. Sie blieben vielmehr immer im norwegischen Staatsverbande und es fehlt ihnen ein „gamli sáttmáli“, eine alte Urkunde, die mit der zu vergleichen wäre, auf die Island seine Sonderrechte und Selbständigkeitsforderungen erfolgreich stützen konnte. — Hierdurch unterscheidet sich die färische Selbständigkeitsbewegung von der isländischen, mit der sie sonst viele Berührungspunkte hat. — Als dann Norwegen im Jahre 1380 in Personalunion zu Dänemark trat und 1537 völlig abhängig von ihm wurde, kamen auch die Färöer in politische Verbindung mit Dänemark, und sie blieben bei diesem Lande, als Norwegen im Frieden von Kiel am 14. Januar 1814 an Schweden abgetreten wurde.</p>
<p>Staatsrechtlich sind sie ein integrierender Bestandteil Dänemarks, was Island auch nach der Meinung der Staatsrechtler, die aus staatsrechtlichen Gründen die isländischen Forderungen gegenüber Dänemark als berechtigt nicht anerkannten, nie gewesen ist. Sie haben denn auch je einen Vertreter im Folkething und im Landsthing, den beiden Kammern des dänischen Reichstags, in die die Isländer nie Vertreter gesandt haben. Die Färöer bilden administrativ ein dänisches Amt, sie haben eine Volksvertretung im Lagthing, dessen Meinung in färischen Angelegenheiten von der dänischen Regierung gehört wird und das auch sonst in Einzelheiten größere Bedeutung hat als die Amtsräte, die Kommunallandtage in den übrigen Teilen Dänemarks. Der Amtmann der Färöer untersteht einer besonderen Abteilung des dänischen Justizministeriums, nicht dem Ministerium des Innern wie die anderen dänischen Amtmänner*. Außerdem sind die Färinger von der Staatssteuer, von Zollabgaben und von der Wehrpflicht befreit.</p>
<p>Die politische Lage auf den Färöern ist die folgende: Es gibt dort im wesentlichen zwei Parteien, die Sambandsparti unter Führung von Oliver Effersöe und die Selvstyreparti (Selbstverwaltungspartei) unter Führung von Joannes Patursson. Während die erstere im großen und ganzen den bisherigen Zustand gewahrt wissen will, forderte letztere bisher zwar nur eine größere politische und kulturelle Selbständigkeit der Färöer; jedoch erklärte im vergangenen Sommer Joannes Patursson, über diese Forderungen weit hinausgehend, in einem Interview, das er einem norwegischen Pressemann gewährte, die Vereinigung der Färöer mit Norwegen als wünschenswert, wenn sich eine völlige Selbständigkeit nicht als praktisch durchführbar erweisen sollte. Durch die Veröffentlichung dieses Interviews in norwegischen Blättern, die Joannes Paturssons Worte aufgriffen und zu ihrer Meinung machten, verschärfte sich die erwähnte dänisch-norwegische Pressefehde um ein bedeutendes. Im Lagthing kam es zu langen Debatten, die dazu führten, daß ein Ausschuß eingesetzt wurde, der die zur Erörterung stehenden Fragen prüfen soll. Den Vorsitz dieses Ausschusses führt Joannes Patursson. Wenn auch die Tagung dieses Ausschusses von Bedeutung für die Entwicklung der politischen Verhältnisse der Inselgruppe sein wird, so ist doch eine endgültige Entscheidung erst nach der Neuwahl des Lagthings zu erwarten, die im nächsten Jahre stattfinden wird. Wie sich die Lage gestalten wird, ist nicht leicht vorherzusagen.</p>
<p>Die Stimmung der Färinger geht zweifellos dahin, daß sie in ihrer Mehrheit eine größere kulturelle und politische Selbständigkeit wünschen; so würden sie es gern sehen, wenn der Amtmann in Zukunft nicht mehr kraft seines Amts Mitglied des Lagthing wäre und wenn bestimmt würde, daß alle die Färöer betreffenden Gesetze vom Lagthing angenommen werden müßten, es also nicht mehr wie bisher bei diesen Gesetzen nur beratend mitzuwirken hätte. Das wäre eine ähnliche Entwicklung, wie sie sich mutatis mutandis im Jahre 1911 in Elsaß-Lothringen vollzog, als dieses Land an Stelle des beratenden Landesausschusses einen gesetzgebenden Landtag erhielt. Anderseits legen aber die Färinger viel Gewicht auf Beibehaltung ihrer erwähnten Sonderrechte und -privilegien und es wird in weiten Kreisen befürchtet, daß eine zu weitgehende Verselbständigung den Bewohnern erhebliche Steuerlasten in Gestalt hoher färischer Steuern bringen würde. Wie viele Färinger außer Joannes Patursson die Vereinigung der Inselgruppe mit Norwegen wünschen; läßt sich nicht so ohne weiteres feststellen.</p>
<p>Man tut vielleicht gut, wenn man der Forderung auf Vereinigung mit Norwegen vorwiegend taktische Bedeutung beimißt, und zwar sowohl auf norwegischer Seite, wo man hofft, dadurch einen Druck auf Dänemark in der Grönlandfrage ausüben zu können, als auch auf färischer Seite, wo man vielleicht der Meinung ist, durch eine Fühlungnahme mit Norwegen den Forderungen an die dänische Regierung größeren Nachdruck verleihen zu können. Wie denn überhaupt angenommen werden darf, daß die gegenwärtig auf den Färöern gegenüber Dänemark bestehende Mißstimmung weniger die Folge der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen ist, als eine Folge der nicht immer ganz geschickten Amtsführung des früheren Amtmanns der Färöer, des jetzigen dänischen Justizministers Rytter. Ob es von den Kreisen um Joannes Patursson richtig war, sich in das Fahrwasser des norwegischen Nationalismus zu begeben, soll hier nicht untersucht werden, zumal die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.</p>
<p>Es ist wohl anzunehmen, daß die Inselgruppe mit ihren wenig mehr als 20 000 Einwohnern bei Dänemark bleiben wird, daß aber ihre durch ihre Sprache, Kultur, ihre wirtschaftliche und geographische Lage begründeten Sonderwünsche mehr als bisher berücksichtigt werden, ähnlich wie es bei Island geschehen ist, wenn auch nicht in so weitgehendem Maße.</p>
<p>Halle a. S. S. Remertz</p>
<p>*) Die F. sind in weltlicher Hinsicht dem Stiftsamtmanne von Kopenhagen untergeordnet und bildeten in kirchlicher Hinsicht eine Propstei, die zu dem Stifte des Bischofs von Seeland gehört.</p>
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		<item>
		<title>Die Faerøer-Gruppe. Segelhandbuch 1895 – Teil 2</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-faeroer-gruppe-segelhandbuch-1895-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 07:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Technik und Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Handbuch 1895]]></category>
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					<description><![CDATA[Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie 1895 (23) Seite 345-354 und 403-414 [FAB-0312] (Hierzu Tafel 1 und Tafel 2.) Auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie 1895 (23) Seite 345-354 und 403-414 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-0312</a>]</em></p>
<p>(Hierzu <a href="https://schafsinseln.areion.org/die-faeroer-gruppe-segelhandbuch-1895-tafel-1/" target="_blank" rel="noopener">Tafel 1</a> und <a href="https://schafsinseln.areion.org/die-faeroer-gruppe-segelhandbuch-1895-tafel-2/" target="_blank" rel="noopener">Tafel 2</a>.)</p>
<p>Auf Veranlassung der Direktion der Seewarte aus dem neuesten dänischen Segelhandbuch übersetzt von Kapt. z. See a. D. Broeker.</p>
<p><strong>Auszug aus dem Gesetz, betreffend die Schiffahrt der Faeroer-Inseln.</strong></p>
<p><em>Gesetz vom 21. Mãrz 1856, 8. Januar 1872, 14. Februar 1874 und 29. März 1887.</em></p>
<p>1. Alle den Faerøer-Inseln sich nähernden Schiffe sollen, bevor sie andere Häfen der Inseln besuchen, zunächst anlaufen:<br />
a) die von dem Auslande kommenden Schiffe entweder Thorshavn auf Strømø, Vaag (Klaksvig) auf Borø oder Trangjisvaag auf Suderø,<br />
b) die von dem Inlande kommenden Schiffe entweder einen der obenerwähnten drei oder einen der folgenden vier Häfen: nämlich Vestmanhavn auf Strømø, Kongshavn auf Osterø, Sand auf Sandø und Midvaag auf Vaagø.</p>
<p>2. Kein Schiff, welches in den Faerøer-Inseln von einem Platze ankommt, wo die asiatische Cholera laut Bekanntmachung des Justiz-Ministeriums als epidemisch aufgetreten angenommen wird, darf Jemand von den an Bord befindlichen Personen (Passagiere oder Besatzung) landen lassen, bevor dasselbe durch Veranlassung der Gesundheitspolizei von dem Distriktsarzt in Thorshavn, Vaag (Klaksvig) oder Trangjisvaag untersucht worden ist.</p>
<p>Diese Bestimmungen sind auch für Blattern geltend, und das Justiz-Ministerium ist dazu ermächtigt, durch Verordnung, welche in der üblichen Weise bekannt gemacht wird, dieselben auch auf andere gefährliche epidemische Krankheiten auszudehnen und sonst veränderte Bestimmungen hinsichtlich der von den Schiffen anzulaufenden Häfen zu treffen.</p>
<p><em>Gesetz, betreffend die Fischerei Fremder bei den Faerøer, vom 23. April 1881.</em></p>
<p>§ 1. Falls Fischer fremder Nationen Fischerei irgend welcher Art bei den Faerøer innerhalb der Grenze, wo solches dänischen Unterthanen vorbehalten ist, treiben, werden sie mit Geldbußen von 20 bis 400 Kronen bestraft.</p>
<p>§ 2. Gleiche Strafe trifft fremde Fischer, welche ihren Fang ans Land bringen, um denselben zu bearbeiten. Wird hierdurch Jemandem Schaden zugefügt, ist der Letztere außerdem nach den gewöhnlichen Grundsätzen der Gesetzgebung zu ersetzen.</p>
<p>§ 3. In jedem Falle, wenn ein fremdes Fischerfahrzeug die Faerøer-Inseln aufsucht, um mit dem Lande in Verbindung zu treten, hat der Schiffsführer möglichst bald nach seiner Ankunft, und bevor er der Besatzung des Schiffes Verkehr mit den Bewohnern gestattet, sich bei der betreflenden Polizeibehörde oder dem Quarantäne-Beamten zu melden, welcher die Papiere und Gesundheitsverhältnisse zu untersuchen und überhaupt darauf zu achten hat, daß das faerøerische Handelsgesetz nicht überschritten wird. &#8211; Ist das Schiff eingelaufen, um ärztliche Hülfe gegen eine unter der Besatzung ausgebrochene Krankheit zu erlangen, oder falls sonst etwas Verdächtiges hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Schiffes gefunden wird, so ist nach der geltenden Quarantäne-Gesetzgebung zu verfahren.</p>
<p>Für das Nachsehen der Schiffspapiere sind der betreffenden Polizeibehörde oder den Quarantäne-Beamten 5 Oere für jede Tonne der Tragfähigkeit des Schiffes zu entrichten, wonach auf der Musterrolle (Folkeliste) bemerkt wird, daß die Untersuchung stattgefunden hat und die gesetzliche Gebühr hierfür bezahlt worden ist. &#8211; Wenn ein fremdes Fischerfahrzeug wegen schweren Wetters einen Hafen aufsucht, ohne daß die Besatzung ans Land geht oder mit den Einwohnern Verkehr pflegt, so ist es nicht nothwendig, die Schiffspapiere vorzuzeigen, auch wenn das Schiff vor Anker liegt, bis dasselbe ohne Gefahr wieder in See gehen kann.</p>
<p>Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen in diesem Paragraphen werden mit Geldbußen von 10 bis 200 Kronen bestraft.</p>
<p>§ 4. Verhandlungen infolge von Verstößen gegen dieses Gesetz werden wie öffentliche Polizei-Verhandlungen erledigt. Für die vorgeschriebenen Strafen, welche der Amts-Armenkasse der Faerøer-Inseln zufallen, haftet sowohl Schiff als Ladung; von der Letzteren kann in Auktion so viel verkauft werden als nöthig ist, um die Strafe zu zahlen und die Unkosten zu decken.</p>
<p><em>Gesetz, betreffend Aufhebung des Tonnengeldes bei Einfuhr von frischen Fischen auf den Faerøer Inseln durch ausländische Fischerfahrzeuge, vom 23. März 1888.</em></p>
<p>§ 1. Es wird Fischerfahrzeugen fremder Nationen gestattet, unter den nachstehenden in § 2 angeführten Bedingungen in irgend einem faerøerischen Hafen, wo ein Klarirungs- oder Quarantäne-Beamter angestellt ist, frische Fische auszuschiffen, welche an einen auf den Faerøer-Inseln ansässigen Händler verkauft sind sowie sich mit dem zur Fortsetzung der Fischerei nothwendigen Salz zu versehen, ohne Erlegung des im Gesetz vom 21. März 1855, § 5, betreffend Aufhebung des Königlichen Alleinhandels auf den Faerøer-Inseln auferlegten Tonnengeldes.</p>
<p>§ 2. Die Erlaubnife ist mit folgenden Bedingungen verknüpft:<br />
a) Daß der Schiffsführer vorher auf derselben Reise in Thorshavn, Vestmanhavn, Trangjivaag (sic!) oder Vaag auf Borø einen gehörigen Gesundheitspaß erhalten hat.</p>
<p>b) Daß der Schiffsführer dem Klarirungsbeamten in einem der unter a) genannten Häfen oder in einem der drei anderen Klarirungshäfen, nämlich Kongshavn, Midvaag und Sand, die über den Verkauf der frischen Fische stattgefundene Uebereinkunft zwischen ihm und dem beteiligten faerøerischen Händler angemeldet und vorgezeigt und gleichzeitig eine schriftliche Erklärung auf Treu und Glauben abgegeben hat, daß er nur frische Fische entlöschen und das zum Fortsetzen des Fischereibetriebes nöthige Salz einnehmen will und danach von dem Klarirungsbeamten ein Attest darüber erhalten hat, daß nach den vorliegenden Umständen kein Tonnengeld zu erheben ist.</p>
<p>c) Daß die Entlöschung der verkauften frischen Fische und das Einnehmen des für die Fortsetzung der Fischerei notwendigen Salzes nicht eher stattfindet, als bis das von dem betreffenden Klarirungsbeamten ausgestellte Attest dem Klarirungs- oder Quarantäne-Beamten an dem Orte, wo die Entlöschung oder Einklarirung stattfindet, vorgezeigt worden ist.</p>
<p>§ 3. Mifsbräuche der in § 1 gegebenen Erlaubniß ziehen Strafen laut Gesetz vom 21. März 1855, § 11, nach sich, und falls das Schiff andere Güter wie frische Fische löscht oder in derselben Weise andere Güter als Salz ladet, hat der Schiffsführer doppeltes Tonnengeld nach bezeichnetem Gesetz, § 5, zu zahlen, berechnet nach der vollen Tragfähigkeit des Schiffes.</p>
<p>§4. Für die Abgaben wie für die Strafgelder haften Schiff und Ladung, und kann von der Ladung soviel in Auktion verkauft werden, wie zur Deckung der Schuld nöthig ist.</p>
<p>§ 5. Fälle nach § 2 dieses Gesetzes werden wie öffentliche Polizeisachen verfolgt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Los von Dänemark-Bewegung auf den Faeroer-Inseln</title>
		<link>https://schafsinseln.areion.org/die-los-von-daenemark-bewegung-auf-den-faeroer-inseln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alsabang]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Aug 2025 06:49:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staat, Gesellschaft und Recht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://schafsinseln.areion.org/?p=504</guid>

					<description><![CDATA[Der Bund 1928 (66), 09.02.1928 Ausgabe 2, Seite 1 [FAB-1845] as. Kopenhagen, Anfang Februar. Die in diesen Tagen vorgenommenen Wahlen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Bund 1928 (66), 09.02.1928 Ausgabe 2, Seite 1 [<a href="https://schafsinseln.areion.org/fab/">FAB-1845</a>]</em></p>
<p>as. Kopenhagen, Anfang Februar.</p>
<p>Die in diesen Tagen vorgenommenen Wahlen zum &#8222;Lagting&#8220;, der Nationalvertretung der Faeroerinsel-Bewohner, brachten den Vorkämpfern der faeroerischen Selbständigkeitsbewegung einen namhaften Sieg ein. Bekanntlich bilden die Faeroerinseln einen dänischen Regierungsbezirk; die Inseln genießen indessen einen gewissen Grad von Autonomie in Sachen der inneren Verwaltung, diese Autonomie wird durch das &#8222;Lagting&#8220; ausgebüt, welches in der Hauptstadt Thorshavn seinen Sitz hat. Es waren bisher im Lagting nur zwei Parteien vertreten, und zwar die Unionspartei &#8211; die sog. &#8222;Sambandspartei&#8220; -, welche die politischen Bande, durch welche die Inseln mit Dänemark verknüpft sind, nicht in nennenswertem Grade zu lockern wünscht, und die Selbständigkeitspartei &#8211; die sog. &#8222;Selvsttyrepartei&#8220; -, die fürs erste eine erhebliche Erweiterung der faerörischen Autonomie verlangte. Von sämtlichen Sitzen im Lagting verfügen die Unionsleute bisher über 13, die Selbständigkeitsleute über 10. Dae (sic!) Mandatzahl der Unionisten ist nunmehr auf 10 gesunken, diejenige der Selbständigkeitsleute dagegen auf 11 gestiegen; überdies wurden zwei sozialdemokratische Vertreter gewählt, von denen man erwarten kann, daß sie in bezug auf das politische Verhältnis der Insel zu Dänemark mit den Selbständigkeitsleuten gemeinsame Sache machen werden. Der Sieg der Selbständigkeitspartei dürfte in der Hauptsache eine Folge der steigenden Unzufriedenheit der Inselbewohner mit der Finanz- und Wirtschaftspolitik Dänemarks sein. Insbesondere ist man auf den Faeroerinseln darüber verstimmt, daß Dänemark nicht in ausreichender Weise um die Interessen der für das Gedeihen der Inseln so bedeutsamen Fischerei besorgt sei. Das Verlangen nach größerer politischer Selbständigkeit Dänemark gegenüber wird dadurch gestärkt. Eine linksstehende Gruppe der Selbständigkeitspartei arbeitet unter der Führung des energischen Freiheitspolitikers Patursson ganz offen dafür, den Boden für eine künftige Lostrennung der Faeroerinseln vom dänischen Mutterlande vorzubereiten.</p>
<p>Wenn auch die &#8222;Los von Dänemark-Bewegung&#8220; noch nicht für das politische Programm der ganzen Selbständigkeitspartei maßgebend geworden ist, so ist man anderseits in Dänemark darüber nicht im unklaren, daß die Losreißungsbeweung im Wachsen begriffen ist und mit der Zeit einen recht gefährlichen Umfang annehmen wird. Viele dänische Politiker weisen deshalb auf die dringende Notwendigkeit hin, den Faeroerinseln gegenüber eine Wirtschaftspolitik zu befolgen, wodurch der Unzufriedenheit eines großen Teils der Inselbewohner erfolgreich entgegengearbeitet werden könne.</p>
<p>Es fragt sich übrigens sehr, ob die Faeroerinseln mit ihren nur 30,000 Einwohnern die wirtschaftliche Widerstandskraft haben, ohne welche die Gründung eines selbständigen Inselstaates, etwa nach dem Muster Islands, nicht gut denkbar wäre. Vielleicht wird das Faeroerinsel-Problem dereinst in der Weise seine Lösung finden, daß eine Art dänischen Imperiums gegründet werden wird, innerhalb dessen sowohl Island als die Faeroerinseln etwa die Stellung von &#8222;Dominien&#8220; nach britischem Vorbild einzunehmen hätten. Ohne an einem größeren Staatengebilde Rückhalt zu haben, dürften jedenfalls die Faeroerinseln kaum als politisch lebensfähig anzusehen sein. Sie waren in alten Zeiten ein Teil von Norwegen. Das Interesse der norwegischen Nationalisten für die auf den Faeroerinseln um sich greifende antidänische Bewegung wird dadurch erklärlich.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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